Das neue Jahr ist nun schon zwei Wochen alt und so wird es erneut Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Doch vorab möchte ich euch allen ein gesundes neues Jahr wünschen. Denn die Gesundheit ist unschätzbar wertvoll. So möchte ich diesmal auch mit den schmerzlichen Erfahrungen beginnen. Das Jahr 2021 hat drei geschätzte und aktive Kameraden aus unseren Reihen gerissen.

Wie bereits im Vorjahr wurde das Jahr 2021 von der SARS-CoV 2 Pandemie geprägt und legte uns deutlich spürbare Einschränkungen auf. Besonders erschwert wird die Ausübung unseres Ehrenamtes hierbei durch einen enormen Ausbildungsstau an den weiterführenden Ausbildungseinrichtungen auf der Kreis- und der Landesebene. Trotz aller Widrigkeiten und extremer Einsatzsituationen, auf die ich noch eingehen möchte, ist es auch im Jahr 2021 gelungen, einen professionellen Bevölkerungsschutz allzeit zu garantieren. Doch hier muss klar angemerkt werden, dass ein weiteres Ausbleiben an Nachwuchskräften zu einem großen Problem wird.

Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignissen des Jahres 2021 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Das Jahr 2021 stellt mit 313 Alarmen eines der einsatzintensivsten Jahre der letzten Zeit dar. Das ist eine 44 prozentige Steigerung und führte teilweise zu einer erheblichen persönlichen Belastung der Einsatzkräfte. Besonders erwähnenswert ist hierbei das Unwetterereignis zwischen dem 30.06. und 01.07. Ich möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass unsere Region noch erhebliches Glück hatte. Auch wenn unsere Kamerad:innen teilweise über 48 Stunden im Dauereinsatz waren, sind uns Bilder wie aus dem Ahrtal erspart geblieben. Auch in dieser Katastrophenregion unterstützten Kameraden der Angermünder Feuerwehr die örtlichen Einsatzkräfte. Leider wird uns der Klimawandel weitere solcher Bilder bescheren.

Das Bergen von Verstorbenen gehört leider mit zu unseren traurigen Pflichten, so kam im Jahr 2021 für 6 Menschen unsere Hilfe zu spät. Dem gegenüber stehen aber 26 Menschen, die wir aus einer akut lebensbedrohlichen Gefahr retten konnten.
Das Jahr 2021 stellt grundsätzlich einen „normalen“ Verlauf der Einsatzalarmierungen dar und deckt sich in der Verlaufskurve mit den Vorjahren.



So stellen gerade die Sommermonate die einsatzstärkste Zeit dar.
Wie in den Vorjahren stellte unser Einsatzschwerpunkt die technische Hilfeleistung dar.



So stehen 54 Brandeinsätzen letztlich 253 Einsätze mit technischem Hintergrund gegenüber.
Wie in den Vorjahren blieb die Alarmierung zu Brandeinsätzen bei den Brandmeldeanlagen relativ stabil bei ca. 12 Alarmen. Hierbei muss klar und deutlich angemerkt werden, wenn auch oft und schnell der Begriff „Fehlalarm“ fällt, weil es nicht brennt und die Feuerwehr augenscheinlich nicht Tätigwerden muss, eine solche Brandmeldeanlagenauslösung meist einen realen Hintergrund hat. Somit macht die Anlage genau das, wofür sie da ist.



Im Groben hat sich an der Einsatzverteilung im Brandeinsatz keine signifikante Änderung zu den Vorjahren ergeben. Doch in Erinnerung bleibt der Wohnungsbrand in der Prenzlauer Straße, welcher zu einer extremen Gefährdung der anwesenden Personen geführt hatte und somit den Schwerpunkt der Brandeinsätze des Jahres 2021 bildete.
Bei den technischen Hilfen gibt es auch nach einer statistischen Bereinigung durch die Sturmschäden eine deutliche Änderung zum Vorjahr. So mussten wir deutlich öfter zu naturbedingten Einsätzen ausrücken, doch auch die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind deutlich angestiegen. Wohingegen der Alarmschwerpunkt aus dem Jahr 2020, die Ölspuren zurückgingen.



Wie bereits in den Vorjahren lagen die häufigsten Alarmierungen in den Tagesstunden zwischen 06 – 18 Uhr.



Hier stellt uns der mangelnde Nachwuchs zukünftig vor große Herausforderungen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Hier möchten wir uns bei allen Arbeitgebern bedanken, welche Ihre Mitarbeiter und unsere Kamerad:innen im Einsatzfall freistellen. Gleichzeitig muss ein dringender Appell an alle anderen gesendet werden, diesen Beispielen zu folgen.

Es verbleibt noch der Blick auf die eigentliche Einsatzverteilung der Löschzüge:



Die Masse der Alarme fiel naturgemäß auf den Löschzug 1, gefolgt vom Löschzug 4.

Im Jahr 2021 befanden sich die Kamerad:innen der Angermünder Feuerwehr insgesamt für 27558 Minuten im Einsatz, dies entspricht ganze 19 Tage! Bei einer durchschnittlichen Einsatzstärke von 11 Einsatzkräften wurden somit über 5052 Einsatzstunden geleistet. Das ist ein unglaublicher Wert für eine freiwillige Feuerwehr und somit bedanke ich mich erneut bei allen Kamerad:innen für die geleistete Arbeit und die persönlichen Entbehrungen, die Ihr auf euch nehmt, um unsere Stadt sicherer zu machen. Auf ins Jahr 2022.

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Einleitungsbild:
©Tim Reckmann - 2021 unter CC BY 2.0

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