Nachruf Stephan Schindler

Am 06.02.2021 erreichte uns eine schockierende Nachricht.
Viel zu früh wurde Stephan Schindler aus dem Leben gerissen, nach kurzer und schwerer Krankheit, trat er in der Nacht vom 05. zum 06. Februar seine letzte Reise an.

Stephan trat am 27.03.1997 der Angermünder Feuerwehr bei und war seit dem 01. September 2001 vollwertiges Mitglied der Einsatzabteilung des Löschzuges 3. Hier versah er seinen Dienst in der Löschgruppe Altkünkendorf. Für seine ruhige und bedachte Art war er bei den Kamerad:innen geschätzt. Er engagierte sich mit viel Hingabe an der Städtepartnerschaft zwischen Lügde und Angermünde. So brachte er sich auch stark in das jährliche Kartoffelbraten ein. Stephans Leidenschaft galt Oldtimerfahrzeugen, in Eigenarbeit restaurierter er einen LKW. Von seinen handwerklichen Künsten profitierte auch die Angermünder Wehr.

Stephan hinterlässt auch im Kameradenkreis eine nicht schließbare Lücke, auch wenn wir dich gehen lassen mussten, so bleibt uns doch die Erinnerung an die wertvollen Momente mit dir.

 

 

 

 

 

 

Die Jack Dawson Frage

Moin liebe Leser:innen,

vorab muss ich euch vorwarnen, dieser Beitrag enthält Spuren von Ironie und Sarkasmus. Sollte jemand dagegen allergisch sein, so befragt euren Arzt oder Apotheker, oder klickt jetzt weiter.

Nachdem die letzten Tage hinreichend über den Winterdienst geschimpft wurde, dürfte nun jeder verstanden haben, es ist Winter. Somit sehen wir uns wieder mit einer altbekannten Frage und einem Problem konfrontiert.

Das Problem: „deutsche Absicherungs-Wohlfühlgedanke“ aka „Irgendwer anders wird sich schon kümmern.“
Der prägende Grundgedanke der christlichen Nächstenliebe und gegenseitiger Führsorge, der egal ob religiös erzogen oder nicht, ein Teil unseres Wertesystems ist wurde durch die „Ellenbogengesellschaft“ spürbar verwässert. Heutzutage heißt es nicht mehr: „Komm ich helfe dir“, sondern „Warum brauchst du so lange?“ Es hat eine fordernde Anspruchshaltung Einzug gehalten, wovon die sozialen Medien erheblich betroffen sind. Dies zeigte sich zuletzt in der Diskussion über den Winterräumdienst. Wir sind bequem geworden, denn ein anderer wird’s schon richten.

Dies führt mich nun zu der angesprochenen Frage: „Wann gibt die Feuerwehr endlich die Seen frei?“ Ja wir haben Winter, ja es ist jetzt ca. 10 Tage am Stück kalt und dennoch ist es schön draußen. Jeder hat bedarf daran, aus den Corona Einschränkungen auszubrechen und etwas Normalität zu genießen. Was wäre passender, als eine Runde über einen zugefrorenen See zu drehen? Hier bei treten nun drei Personengruppen auf. Die ersten die leichtsinnig, alle Risiken ignorieren auf die Seen gehen und Spaß haben, zumindest so lange bis sie einbrechen. Die zweiten, die gern Spaß haben wollen, aber eben auch auf Nummer sicher gehen müssen. Also die, die die Frage stellen: „Wann darf ich Schlittschuh laufen und wieso hat es mir noch keiner erlaubt.“ Und die dritten, die Kopfschüttelnd den Finger hebend: „Das ist Gefährlich“ rufen. Persönlich finde ich mich in jeder dieser Gruppen wieder und verurteile somit keinen. Dennoch muss ich hiermit ein paar Dinge klarstellen.

1.: Die Feuerwehr ist kein leistungsorientierter Servicebetrieb, der auf Kundenzufriedenheit angewiesen ist. Immerhin machen wir das frei und willig.

2.: Die Feuerwehr ist nicht für das Freigeben etwaiger Gewässer zuständig und selbst wenn, würden wir dies nicht tun, denn aus einer solchen Freigabe erwachsen auch Haftungs- und Schadensersatzansprüche.

3.: Warum wird eine solche Freigabe nicht erteilt?
Unsere Seen und Gewässer sind gekennzeichnet von schwierigen Strömungsverhältnissen, diese erschweren auf vielfältige Art eine durchgehende und tragfähige Eisbildung. Somit ist die Belastbarkeitsgrenze nicht bestimmbar. Eine Freigabe könnte, wenn also nur temporär und nur nach intensiver Beprobung erfolgen.

4.: Aber andere Feuerwehren geben frei!
Wirklich? Nun ja, wir springen aber auch nicht von der Brücke.

5.: Wenn Ihr nicht warnt, ist es doch ok.
Nein, wir warnen schon seit Jahren nicht mehr vor dem Betreten der Eisflächen. Denn zum einen können wir nicht sicherstellen, ob diese Warnung auch verstanden wurde, bzw. ob sie überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Zum anderen sollte sich jeder Mensch grundsätzlich bewusst sein, dass er sich beim Betreten einer Eisfläche grundsätzlich in Lebensgefahr begibt.

6.: Was passiert, wenn ich doch mal einbreche?
Nun dann hoffen wir, dass sich die Beute gelohnt hat und man einen wirklich guten Anwalt kennt.
Sollte man bei dem Einbruch, dummerweise in kaltes Wasser gefallen sein, tja dann habt ihr ein gewaltiges Problem, also so ein richtiges Jack Dawson Problem. Bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt liegt die durchschnittliche Überlebenschance bei 15 Minuten*. Je nach Lokalität des „Badevergnügens“ ist es möglich, dass unsere Anfahrt länger dauert. Wenn man also den Nervenkitzel sucht, wäre Russisch Roulette die passendere Alternative.

7.: Wie kann ich das Risiko minimieren?
Am besten gar nicht erst auf das Eis gehen. Es gibt gewerbliche Alternativen, wo man Schlittschuh laufen kann. Grundsätzlich sollte man nie allein auf das Eis gehen, es sollte sich immer jemand am Ufer befinden. Verlasst bei Knack- oder Knirschgeräuschen das Gewässer, mehr Vorwarnungen werdet ihr vor dem Einbrechen nicht erhalten. Verzichtet auf Hüpfen und Springen, um die Belastbarkeit des Eises zu testen. Passt gegenseitig auf euch auf, insbesondere auf Kinder.
Haltet eigenes Rettungsmaterial (Seile, Stangen o.ä.) bereit. Wenn jemand einbrechen sollte, ist unverzügliche Hilfe erforderlich.
Bewegt euch anschließend nur noch liegend auf dem Eis, dies verteilt euer Gewicht besser.
Geht Rodeln.

Wer weiterhin nicht genug abgeschreckt ist, dem empfehle ich die fortgeschrittenen Lektüre:
Die Phasen des Erfrierens.

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* Die Überlebenszeiten hängen erheblich von den Umständen ab.

Jahresrückblick 2020

Liebe Leser,
ich wünsche euch allen vorab noch ein gesundes (und hoffentlich frohes) neues Jahr.
Am heutigen 12.01.2021 blicken wir auf eins der ruhigsten Einsatzjahre der letzten Zeit zurück.
Insbesondere der Jahreswechsel fiel erwartungsgemäß ruhig und leise aus.
Die Covid-19 Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen prägte auch unsere Einsatzgeschehen merklich. Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignisse des Jahres 2020 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Im Jahr 2020 wurde die Angermünder Feuerwehr insgesamt zu 227 Einsätzen alarmiert. Somit mussten wir 47-mal weniger als im Vorjahr ausrücken. Dies entspricht einer Abnahme von 17,15 % und liegt deutlich außerhalb der durchschnittlichen Jahresschwankungen.
Diese Ruhephase manifestiert sich sehr deutlich im November 2020, hier mussten wir nur zu 4 Einsätzen ausrücken. Dies lässt sich nur auf den entsprechenden Corona bedingten Lockdown und die daraus resultierende Disziplin der Angermünder Bürger zurückführen. Dafür möchten wir uns bedanken.

Im Jahr 2020 kam für 7 Personen unsere Hilfe leider zu spät, jedoch konnten wir 25 Menschen aus akut lebensbedrohlichen Zwangslagen retten.

Wie bereits in den Vorjahren, lagen unsere einsatzintensivsten Monate im Sommer, hierbei bildete der August mit 29 Einsätzen das Jahreshoch. Erstaunlicherweise bildeten im August nicht die Brandbekämpfung, sondern die technische Hilfe unseren Einsatzschwerpunkt. So mussten wir jeweils zu 6 Verkehrsunfällen und zu 6 Ölspuren ausrücken.

Diese Hilfeleistungen stellten im Jahr 2020 auch wieder die Hauptätigkeit der Feuerwehr dar. Somit kam es im Vergleich der Jahre 2019 und 2018 zu einer Trendumkehr. In den vorhergehenden Jahren verzeichneten wir aufgrund der extrem trockenen Sommer ein deutlich Brand lastigere Einsatzjahre.

Wenn wir einen genaueren Blick auf die Brandeinsätze werfen so wird deutlich, dass die großen Waldbrandbekämpfungen rückläufig waren, jedoch die Flächenbrände und insbesondere die Kleinbrände weiterhin häufig vertreten waren. Auch die Gebäudebrände, mit Personenbeteiligung forderten die Einsatzkräfte im Jahr 2020.

Demgegenüber stehen die Hilfeleistungseinsätze, hier bildeten die Verkehrsunfälle den traurigen Höhepunkt des Einsatzjahres, wohin gehen die Türnotöffnungen leicht rückläufig waren.

Wie bereits im Vorjahr, wurden unsere Einsatzkräfte häufiger in den Tagesstunden von 06 – 18 Uhr alarmiert. Leider hat sich die verfügbare Personalstärke, gerade in diesen Tageszeiten nicht entspannt. Hier muss deutlich erwähnt werden, dass jeder Löschzug, bzw. jede Löschgruppe ein Nachwuchsdefizit aufzeigt und über Verstärkung froh ist. Falls bei dem Lesen des Artikels Interesse an dem Mitwirken in der Feuerwehr geweckt wurde, so kontaktieren Sie uns unverbindlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Abschließend werfen wir einen Blick auf die Einsatzverteilung der einzelnen Löschzüge.

Während die Einsätze der Löschzüge 1 und 4 deutlich rückläufig waren, stagnierten die Alarmierungen des Löschzuges 2. Erstaunlich stellt sich die Situation des Löschzuges 3 dar, welcher entgegen des allgemeinen Trends der Angermünder Feuerwehr sogar häufiger als im Vorjahr alarmiert wurde.

Durchschnittlich befanden sich 14 Kamerad: innen an der Einsatzstelle, im Jahr 2020 verbrachten wir insgesamt 19230 Minuten im Dienst am Bürger. Dies entspricht 13 Tage, 8 Stunden und 30 Minuten im Dauerdienst. Im Vergleich zum Vorjahr stieg somit die durchschnittliche Einsatzdauer um 12 Minuten auf 1 Stunde und 25 Minuten.

Persönlich möchte ich mich bei allen Kamerad: innen und deren Angehörigen für das Engagement und die Unterstützung unseres Dienstes bedanken. Wir für Angermünde, 24/7/365!

CoronaNews November 2020

Coronabedingt fallen alle Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr bis mindestens zum 30.11.2020 aus.
Für weitere Infos wendet euch bitte an euren zuständigen Jugendwart.

Danke.

AmazonSmile

Mit dem heutigen Tag wurden wir für Amazon Smile freigeschaltet und können so Spenden generieren.
Was ist aber Amazon Smile? Im Grunde ist es zu 100% vergleichbar mit dem gewohnten Amazon Shop.
Kostet das was? Ganz klares NEIN!
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Geschichte wird gemacht!

Am 10.09.2020 ereignet sich ein historischer Moment. Doch dieses Ereignis wird vielfältig diskutiert. Gemeint ist der erste deutsche Warntag, seit der Widervereinigung Deutschlands. Mit dem Ende des Kalten Krieges entfiel einer der Hauptgründe Bevölkerungswarnungen akustisch abzugeben. Der plötzlich ausbrechende Atomkrieg war nur noch ein altbackendes Schreckensszenario. Nun wurde in West, wie Ost diskutiert wozu die Sirenen noch genutzt werden könnten. Es setzte sich die Verwendung für die Feuerwehr durch. Doch während dieser Sirenenalarm gerade in den ländlichen Regionen noch sehr präsent ist, sorgte er gerade in den größeren Städten für etlichen Ärger. Immerhin sind die „röhrenden Elche“ nicht gerade leise und es gibt definitiv schönere Arten nachts geweckt zu werden. Diese Diskussion führte auch in Angermünde zu einigen Änderungen. So wurden als erstes in der Kernstadt sogenannte Funkmeldeempfänger angeschafft und somit die „stille“ Alarmierung für Rettungskräfte eingeführt wurde. Diese Änderung führte Deutschlandweit zu einer Fähigkeitslücke in der Bevölkerungswarnung. Während unsere älteren Mitmenschen die Sirenensignale noch recht gut kennen, sie aber meist mit „Fliegeralarm“ assoziieren, kennen die Millennials diese Signale gar nicht mehr. Auch die Einführung von Warnapps wie NINA oder KATWARN konnten diese Lücke nicht zufriedenstellend schließen. Die Ereignisse der letzten Jahre zeigten schmerzlich auf, dass eine solche Warneinrichtung dringend benötigt wird. Sei es das plötzlich auftretende Unwetter, oder gar ein Amoklauf, bzw. terroristischer Anschlag. Dies ist also der Hintergrund, warum viele Städte, Gemeinden und Kreise wieder vermehrt auf den Sirenenausbau zurückfallen. Nun muss natürlich noch die Bevölkerung an diesen „Lärm“ wieder gewöhnt werden,
auch die Signale müssen wieder bekannt gemacht werden. Dies ist der Grundgedanke des diesjährigen Warntages. Mittlerweile dürfte nahezu jeder zumindest einmal über einen Hinweis auf den 10.09. gestolpert sein, doch wie läuft es nun bei uns ab?

Die Angermünder Kernstadt bleibt so wie viele Ortschaften still und dies hat einen elementaren Grund. Während die Kernstadt ganz auf Sirenen verzichtet, werden diese in den Ortsteilen zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt. Würden nun alle verfügbaren Sirenen in der Uckermark angesteuert werden, fiele zeitgleich eine effektive Alarmierung von Rettungskräften für ca. 45 Minuten aus. Dies ist ein unnötiges Hemmnis, so dass für Angermünde nur die Sirenen des Ortsteiles Stolpe ausgelöst werden. Selbstverständlich beeinträchtigt dies nicht die verbliebenen Sirenen, diese werden monatlich durch einen bestimmten Probealarm, einer Funktionsprobe unterzogen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier:
Warntag 2020
oder tretet einfach über unsere Facebookseite mit uns in Kontakt

Brandübung 08/20

Das Feuerlöschen, ist eine der Kernaufgaben der Feuerwehr.
Im sogenannten Innenangriff, also das Löschen innerhalb von Gebäuden, ist dies eine der gefährlichsten und anspruchsvollsten Aufgaben, die einer Einsatzkraft übertragen werden können. Zu den erheblichen Gefahren von außen, dem Feuer, Strom und Wasser, drohen auch Gebäudeschäden, die bis zum völligen Einsturz führen können. Dazu kommen in den Gebäuden gelagerte Gegenstände und Materialien von denen weitere Gefahren ausgehen können. Als ob dies noch nicht reicht, sehen sich die Kamerad: innen meist auch mit einer erheblichen Rauchentwicklung konfrontiert, die sich bis zur absoluten Nullsichtlage entwickeln kann. Man sieht also buchstäblich die Hand vor Augen nicht.

Somit kommen zur körperlichen Anstrengungen der enormen Hitze, eingeschränkten Bewegungsfreiheit durch die Schutzausrüstung und die unnatürliche Körperhaltung zur Fortbewegung, auch noch psychische Belastungen hinzu. Um dieser Belastung gewachsen zu sein, hilft nur Training und Erfahrung. Die Erfahrung lässt sich glücklicherweise nur selten sammeln, denn dazu muss es ja wirklich brennen. Umso wichtiger ist das Training. Am 29.08.2020 hatten 6 Einsatzkräfte der Angermünder Feuerwehr die Gelegenheit in einer Brandsimulationsanlage zu trainieren.

Dies stellte für 3 von Ihnen vor eine absolute Premiere, immerhin absolvierten Sie erst eine Woche zuvor Ihre Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger: in. Ursprünglich wollten wir euch einen tieferen Einblick in einen solchen Innenangriff bieten und diese Übung mit filmen. Doch leider war dies aufgrund der Hygieneeinschränkungen im Zuge der COVID-19 Eindämmung nicht möglich. So konnten auch zwei spezielle Kameragehäuse, welche uns von der Firma Otto Klobe & Sohn GmbH freundlicherweise und sehr zuvorkommend zur Verfügung gestellt wurden, noch nicht genutzt werden. Die spezielle Beschichtung der Gehäuse soll die enorme Umgebungstemperatur von den Kameras fernhalten und die Aufnahmefunktion sicherstellen. Auf diesem Wege möchte ich mich erneut für die unkomplizierte, schnelle und freundliche Hilfe der Firma Klobe bedanken. Die Gehäuse werden definitiv bei der nächsten Gelegenheit Verwendung finden. Für jeden der nun etwas mehr wissen möchte, dem empfehle ich unser Video zum Roll Over.

Änderung der Einsatzmaßnahmen

Die Coronakriese ist in aller Munde und zwingt nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt zu harten und einschneidenden Maßnahmen.
Auch das Feuerwehrwesen bleibt von diesen Maßnahmen nicht verschont. So haben sich bereits im Laufe der letzten Woche mehrere Feuerwehren in eine freiwillige Quarantäne begeben. Die Angermünder Feuerwehr, hat sich jedoch zu einer anderen Maßnahme entschieden.
Da das SARS-CoV-2 (Coronavirus) äußerst empfindlich auf Alkoholhaltige Desinfektionsmittel reagiert, haben die Kameraden der Angermünder Löschzüge am heutigen Tag entsprechende Maßnahmen zum Eigenschutz ergriffen. Bereits um 07 Uhr rollten zwei große Tanklaster an den Gerätehäusern vor. Das bisher genutzte Löschmittel, besser bekannt als Dihydrogenmonoxid wurde kurzerhand gegen das Desinfektionsmittel ausgetauscht. Wir versprechen uns damit einen deutlich gesteigerten Schutz unserer Einsatzkräfte und somit ein erheblich gesunkenes Infektionsrisiko. Kritische Stimmen, wonach alkoholhaltige Löschmittel zu exothermen Oxidationen neigen, wiegeln die Kameraden ab.

Bildbearbeitung Tobias Herbst

Das Coronavirus ist ebenfalls Temperaturempfindlich und die beabsichtigte Desinfektion ist so ebenfalls sichergestellt. Eine abschließende Bitte wurde letztlich noch geäußert:
Liebe Angermünder Bürger, bitte bringt kein Feuer zu unseren Löscheinsätzen mit. Danke.

Jahresstatistik 2019

Seit nunmehr 13 Tagen befinden wir uns im neuen Jahrzehnt. Die goldenen 20iger Jahre haben begonnen. Es wird also Zeit auf das Jahr 2019 zurückzublicken. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik  der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Wie bereits das Jahr 2018, wurde das Einsatzjahr 2019 durch eine extreme Trockenperiode und einen heißen Sommer geprägt. Dies führte zu einer erheblichen Steigerung der brandbedingten Einsätze.
Doch ehe wir uns damit intensiver beschäftigen, die einzigen beiden wichtigen Zahlen.
Im Jahr 2019 kam für 4 Personen unsere Hilfe leider zu spät. Dem gegenüber stehen 28 Menschen, die wir aus lebensbedrohlichen Zwangslagen retten konnten. Somit mussten wir im Vergleich zu 2018 doppelt so oft den Verlust an Menschenleben beklagen. Besonders tragisch verliefen dabei die beiden Brandeinsätze in Schmiedeberg. 

Mit dem 31.12.2019 stellten wir einen neuen Einsatzzahlenrekord auf, so mussten wir insgesamt zu 274 Einsätzen ausrücken. Dies ist eine Steigerung von 37% zum Vorjahr.

 

Einsatzaufkommen pro Monat 

Hier zeigten sich deutliche Veränderungen im Jahresaufkommen. Bereits der März forderte uns erheblich, dabei zählt insbesondere das Frühjahr zu den eigentlich ruhigeren Monaten. Überraschend ist auch der Oktober verlaufen. Dies ist im Jahr 2019 der einsatzschwächste Monat. Doch die größte Veränderung erlebten wir in den Sommermonaten (Mai – September), hierbei war das Einsatzaufkommen nahezu gleichbleibend hoch. Mit durchschnittlich 27 Alarmen pro Monat war die Belastung für die Einsatzkräfte erheblich. Eine solch lange einsatzintensive Zeit, haben wir so noch nicht verzeichnet.

Bedingt durch die lange Trockenheit und den heißen Sommer, erlebten wir eine Umkehr des Verhältnisses zwischen den Brand- und Hilfeleistungseinsätzen.

Gegenüberstellung Brände - Hilfeleistungen

Somit wurde ein seit Jahren andauernder Trend gebrochen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die Türnotöffnungen, die im Jahr 2018 im Segment der Hilfeleistungen extrem häufig zu Alarmierungen führten, auch im Jahr 2019 stark vertreten waren.

 

Einsatzaufkommen Technische Hilfen

Nur bei den witterungsbedingten Einsätzen, wie auch bei den Ölspuren mussten die einzelnen Löschzüge öfter zu Hilfeleistungen ausrücken. Leider muss auch angemerkt werden, dass die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen leicht angestiegen ist, wohin allerdings die Anzahl der Unfälle insgesamt leicht rückläufig war.

Einsatzaufkommen Brandbekämpfungen

Wie bereits erwähnt haben die Brandeinsätze deutlich zugenommen, hier schlugen besonders die Wald- und Kleinbrände zu buche. Unseren Bedenken,  das der Einbau von Rauchmeldern in den Wohnungen zu einer Häufung von Fehleinsätzen führen könnte, hat sich nicht bestätigt. Zum einen ist das Aufkommen der Wohnungs- und Gebäudebrände verhältnismäßig zum Jahr 2018 nahezu gleich hoch vertreten, zum anderen liegt die Fehlalarmquote bei ausgelösten Rauchmeldern annähernd bei null. Hier bestätigt sich, dass Rauchmelder Leben retten. In dem Sinne muss ich erneut auf unsere Rauchmelder Serie verweisen.
Rauchmelder Teil - 1
Rauchmelder Teil - 2

Als Erinnerung sei hier ebenfalls noch der 31.12.2020 erwähnt. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch sämtliche Bestandsbauten mit Rauchmeldern ausgestattet sein.

Vergleich Tag / Nacht

Wie in den Vorjahren  wurden wir deutlich öfter am Tag zu Hilfe gerufen und gerade diese Zeit ist weiterhin problematisch. Durch erneut gesunkene Mitgliederzahlen besteht hier weiter ein Personalproblem. Ich appelliere an alle unsere Mitbürger über eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr nicht nur nachzudenken, sondern diese aktiv anzugehen. Zeitgleich möchte ich mich bei allen Arbeitgebern bedanken, die Ihre Angestellten bei diesem Dienst an der Allgemeinheit entsprechend unterstützen. Für etwaige Fragen zu einer Mitgliedschaft wendet euch einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Überlandhilfen

Da die sinkenden Mitgliedzahlen nicht nur uns betreffen, wurde ein entsprechendes Unterstützungsabkommen mit den Nachbarkreisen geschlossen. Im Zuge dieses Hilfeleistungsabkommens wurden 9 Einsätze abgearbeitet. So unterstützten wir u.a. die Templiner Kameraden bei einer Waldbrandbekämpfung, wie auch die Eberswalder Feuerwehr die auf unsere Hilfe in einer Gefahrgutlage zählen konnte.

Einsatzaufkommen der Löschzüge

Abschließend möchten wir noch die Einsatzverteilung der einzelnen Löschzüge betrachten.
Besonders erwähnenswert sind hierbei die Löschzüge 2 und 4. Bei beiden hat sich das Einsatzvolumen verdoppelt. Während der Löschzug 4, bedingt durch den Autobahnabschnitt der BAB 11 häufig gefordert war, mussten die Kameraden des Löschzuges 2 hauptsächlich zu Bränden ausrücken.
Für das Jahr 2019 mussten wir somit zu 274 Einsätzen ausrücken, bei einer leicht gesunkenen durchschnittlichen Einsatzdauer von 73 Minuten, befanden wir uns 332 Stunden im Einsatz.
Mit einer durchschnittlichen Personalstärke von 12 Kameradinnen und Kameraden pro Einsatz, wurden somit 4000 Einsatzstunden im Jahr 2019 geleistet.

Ich möchte somit allen beteiligten Blauröcken und deren Familien ein ganz dickes Dankeschön sagen. Danke, dass Ihr eure Freizeit für unsere Sicherheit opfert.
WIR FÜR ANGERMÜNDE!

 

Schornsteinbrand

Auch wenn der Klimawandel uns die letzten Jahre recht milde Winter beschert hat, so möchte der ein oder andere es doch etwas kuscheliger zu Hause haben.
Kamine werden auch bei uns wieder beliebter und so wird mehr und mehr mit den guten alten Kachelöfen oder halt dem Kamin geheizt.

Dies bringt wieder ein Phänomen mit sich, dass nahezu in Vergessenheit geraten ist und auch für uns Brandschützer derzeit eher in den Bereich "Kuriositäten", denn "Alltag" fällt.
Gemeint ist natürlich der Schornsteinbrand. Was damals zur Tagesordnung und quasi zum Tagesgeschäft zählte, ist heute eine Besonderheit.

Grund genug uns diesen Brand genauer zu betrachten. Was ist ein Schornsteinbrand und wie entsteht selbiger?

Durch falsches Heizen setzt sich der sogenannte Glanzruß im Schornstein ab.

Ursachen zur Entstehung von Glanz- oder Hartruß können gefolgt sein:

• feuchte Brennstoffe
• ungeeignete Feuerstätten
• falsche Bedienung
• falscher Brennstoff
• Verbrennungsluftmangel
• falsche Brennstoffstück Größe
• falsches anheizen

über einen gewissen Nutzungszeitraum setzt sich nun eine Rußschicht an den inneren Schornsteinwändenab. 
Werden nun langflammige Brennstoffe oder Nadelhölzer verbrannt kann es zu einem starken Funkenflug kommen.
Diese Funken können die Rußschicht im Schornstein entzünden die Folge davon ist ein Schornsteinbrand.

Wie könnt ihr einen Schornsteinbrand erkennen?

• Flammen steigen aus dem Schornstein
• ein starker Funkenflug ist zu beobachten
• starke Rauchentwicklung
• enorme Geruchsbelästigung
• der Schornstein erwärmt sich sehr stark
• evl. Verfärbung der Tapete
• Spannungsrisse im Mauerwerk

Wie könnt ihr handeln wenn ihr dies bemerkt?

• Feuerwehr Notruf 112
• Schornsteinfeger informieren
• keinesfalls mit Wasser löschen !
• auf das Eintreffen von Feuerwehr und Schornsteinfeger warten
• alle Personen und Tiere aus dem Haus evakuieren

Einen Schornsteinbrand kann über 1000°C betragen. Deshalb niemals mit Wasser löschen! Bei diesen Temperaturen verdampft das Wasser explosionsartig. Kurz und knapp Ihr sprengt tatsächlich einfach euren Schornstein, das kann nicht nur zu entsprechenden Gebäudeschäden, sondern auch zu einer massiven Brandausbreitung führen.

Zur Brandbekämpfung stehen der Feuerwehr verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So kann es tatsächlich sogar sinnvoll sein den Schornstein kontrolliert ausbrennen zu lassen. Wobei der Schornstein mit einem speziellem Kehrgerät zeitgleich gekehrt wird. Dabei muss der abgefallene Ruß unten am Schornstein entnommen werden.
Auf jeden Fall sollten alle Räume des Hauses kontrolliert werden, damit kein Wohnungsbrand entstehen kann. Hierzu wird in der Regel die Wärmebildkamera eingesetzt.

Rauchmelder - Teil 1


Seit 1994 herrscht ein bundeseinheitlicher Trend vor, dass die Einsatzzahlen der Feuerwehren in dem Bereich der Brandbekämpfung rückläufig sind. Bedingt durch diesen Umstand sind auch die Brandtoten erheblich gesunken.

Dies führt leider aber auch dazu, dass die Gefahren eines Brandes vergessen und vernachlässigt werden. Grund genug uns mit dem Thema Rauchmelder etwas intensiver zu beschäftigen, denn Rauchmelder retten Leben!

In diesem ersten Teil möchten wir uns quasi als Einleitung mit den gesetzlichen Bestimmungen der Rauchmelder beschäftigen.
Vorab möchte ich jedoch betonen, dass die folgenden Texte keinen Anspruch auf eine qualifizierte Rechtsauskunft erheben, bei weitem nicht vollständig oder ausführlich die komplette Rechtslage widerspiegeln können und somit einen nur rein informativen Charakter haben.

Da diese Brandmelder in den Bereich des Baurechtes fallen, sind diese über die jeweilige Landesbauordnung geregelt. Dies bedeutet, dass es leider keine bundeseinheitliche Regelung gibt und auch nicht geben wird. Betrachten wir also die Gegebenheiten für das Land Brandenburg genauer. Grundsätzlich gilt, dass der Eigentümer eines Objektes für die Ausstattung von Brandmeldern verantwortlich ist. Unterschiede gibt es nur im Bereich von Neu-, bzw. Umbauten und Bestandsbauten. Während die erstgenannten bereits mit dem Abschluss der Bauarbeiten mit entsprechenden Meldern ausgerüstet sein müssen, so gilt für Bestandsbauten eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2020.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten in allen Aufenthaltsräumen (ausgenommen Küchen) entsprechende Rauchmelder installiert sein.

Warum „sollten“? Anders als bei den Neu- und Umbauten, wird die Installation von Rauchmeldern in den Bestandsbauten nicht kontrolliert. Dies ist gesetzlich nicht möglich, da eine solche Kontrolle in unter Nutzung stehendem Wohnraum der Unverletzlichkeit der Wohnung gegenübersteht. Wer würde schon gern fremde Menschen in seinem Schlafzimmer sehen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass es hier keine Konsequenzen für hartnäckige Weigerer gibt. Doch leider gibt es keine präventiven Sanktionsmöglichkeiten. Umso härter fallen allerdings die Strafen in einem Brandfall aus. Es droht nicht nur der Verlust des Versicherungsschutzes, sondern im schlimmsten Fall auch eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren. Dies ist der Fall, wenn es zu Personenschäden gekommen ist.

Diese Strafen treffen übrigens Mieter, wie auch Vermieter (bzw. Eigner) denn beide Parteien sind verpflichtet sich an die gesetzliche Lage zu halten. Doch wie kann / sollte sich ein Mieter verhalten, wenn der Vermieter nicht reagiert, bzw. sich weigert solche Melder einbauen zu lassen?
Eine finale und goldene Lösung wird es hier sicher nicht geben. Ich persönlich bevorzuge hierbei den Weg des Dialoges. Also aufklären was alles auf dem Spiel steht, wenn der Vermieter erfährt, dass Ihm ein Wegfall des Versicherungsschutzes droht, kann dies schon sehr motivierend sein. Auch besteht die Möglichkeit sich an den Mieterschutzbund und im schlimmsten Fall an das Bauordnungsamt zu wenden, doch diese Schritte sollten sorgsam abgewogen sein.

Wie sieht die Sachlage bei eigenem Wohnraum aus?
Ja liebe Häuslebauer, erst einmal Glückwunsch zu euren eigenen 4 Wänden. Aber auch ihr seid verpflichtet entsprechende Rauchmelder einzubauen und natürlich entsprechend zu Warten.
Mit dem heutigen technischen Stand hält ein Rauchmelder ca. 10 Jahre durch, bis der verbauten Batterie der Saft ausgeht. In der Regel lassen sich diese relativ unkompliziert tauschen. Also was versteht man unter Wartung? Jeder Rauchmelder verfügt über eine Testfunktion, welche mindestens einmal im Quartal, besser einmal im Monat betätigt werden sollte.

Wie man einen guten und sicheren Melder erkennt, damit beschäftigen wir uns im zweiten Teil.

Für die ganz fleißigen unter euch noch ein paar Quellenangaben und Links:
Die Bauordnung des Landes Brandenburg:
https://mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.135978.de

Rauchmelder – Lebensretter:
https://www.rauchmelder-lebensretter.de

Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Brandmelder#Rauchmelder

Rauchmelder - Teil 2

Hallo liebe Leser,

bevor wir uns mit dem zweiten Teil unserer Rauchmelder Serie beschäftigen, möchte ich erneut betonen, dass der folgenden Texte keinen Anspruch auf eine qualifizierte Rechtsauskunft erhebt, bei weitem nicht vollständig oder ausführlich die komplette Rechtslage widerspiegeln kann und somit einen nur rein informativen Charakter hat.

Heute soll es um die Frage gehen: „Warum benötige ich überhaupt einen Rauchmelder?“
Viele Menschen sind leider immer noch der Meinung: „Ich bekomme es schon mit, wenn es brennt. Außerdem habe ich Haustiere, die sind ja noch sensibler.“
Bevor wir klären können ob ein leichter Schlaf, oder ob ein Haustier zum Lebensretter werden kann, müssen wir uns klar machen, was bei einem Brand geschieht.

Ganz vereinfacht, es verbrennen Dinge und nun lasst bitte kurz den Blick durch den Raum schweifen.
Dann seht ihr sicher ein paar Elektrogeräte, z.B. ein Radio, eine Couch, ein paar Stühle etc. Doch das entscheidende sind die Stoffe aus denen diese Dinge gemacht sind. Dabei handelt es sich meist um Erdölprodukte, also organische kohlenstoffhaltige Stoffe und genau hier liegt die tödliche Gefahr. © Rauchmelder retten Leben

© Rauchmelder retten Leben

Wenn solche kohlenstoffhaltige Stoffe abbrennen entstehen äußerst gefährliche Rauchgase. Besonders betrachten möchten wir hierbei das Kohlenmonoxid, das Chlorwasserstoff,
die Schwefeloxide und die Dioxine. Allerdings möchte ich betonen, dass es bei einem Wohnungsbrand noch deutlich mehr Stoffe entstehen, doch für diesen Text sind eigentlich nur die ersten Minuten eines solchen Brandes entscheidend.  Genau genommen die ersten 120 Sekunden, denn nach diesen 2 Minuten steigt das Risiko einer tödlichen Rauchgasvergiftung exponentiell an.

Ich versuche die folgenden Zeilen verständlich zu halten und nicht zu sehr in die Chemie abzugleiten.

Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei einer unvollständigen Verbrennung, also unter Sauerstoffmangel. Dies kann in den ersten Minuten eines Brandereignisses der Fall sein, da hier ein Missverhältnis zwischen brennbarem Stoff und Zündenergie existiert. Kohlenmonoxid ist giftig und hemmt den Sauerstoffstofftransport im Blut. Dies bekommt die betroffene, bzw. vergiftete Person nicht mit.

Chlorwasserstoff (HCl) wird durch alle Materialien abgegeben, die PVC enthalten. Chlorwasserstoff bildet bei Kontakt mit Wasser Salzsäure und nun ratet mal zu wieviel Prozent Wasser der menschliche Körper besteht. Hierbei sind insbesondere die Atemwege bis zur Lunge betroffen.

Schwefeloxide (SOx) entsteht, wenn Gummi verbrennt, ähnlich dem Chlorwasserstoff bilden diese Oxide mit Wasser entsprechende Säuren und führen so zu Verätzungen der Schleimhäute.

Dioxine (PCDD / PCDF) sind wie Chlorwasserstoffe entsprechende Chlorverbindungen und entstehen unter ähnlichen Voraussetzungen. Doch Dioxine sind wohl die ultimativen Ultragifte eines Brandes, quasi so die Königsklasse der Gifte. Kleiner Vergleich gefällig? 2,3,7,8 TCDD ist um den minimalen Faktor 500 toxischer als Batrachotoxin besser bekannt als Curare, bereits 1 µg pro kg Körpergewicht wirkt bei Curare tödlich. Dabei kommt noch ein erhebliches Risiko von Langzeitschäden nach einem Kontakt hinzu. Anders ausgedrückt: Dioxin versaut echt jede Party.

Abschließend zu diesem kleinen chemischen Exkurs möchte ich noch den guten alten und militärisch genutzten Kampfstoff Cyanwasserstoff erwähnen. Die meisten von euch werden es eher unter dem Begriff Blausäure kennen. Das Zeug tötet so effektiv, dass es von den Nationalsozialisten für den industriellen Genozid im KZ Auschwitz eingesetzt wurde.

So und mit all diesen Spaßbremsen habt ihr es bereits in den ersten zwei Minuten zu tun. Übrigens nicht nur ihr, sondern auch die Haustiere. Ja es stimmt, es gibt sensationelle Fälle, als Katzen und Hunde vor einem Brand gewarnt haben. Doch genau das sind sie Sensationen. Es ist NICHT die Regel und Haustiere sind keine verlässliche „Warneinrichtung“. Das schaffen halt nur entsprechende Rauchmelder und wirklich nur die.

Also verbaut diese und sollten die euch nachts wecken, schnappt euch eure Lieben und ruft die Feuerwehr. Denn wir sind so bekloppt und rennen in diese giftige Suppe rein, aber im Gegensatz zu euch, bringen wir unsere eigene Atemluft mit.

Da ja Bilder mehr sagen wie 1000 Worte, hier noch ein kleines Video. Dies ist zwar bereits aus dem Jahr 2010 und somit in einigen statistischen Punkten nicht mehr ganz aktuell, verdeutlicht den Ablauf eines solchen Brandes aber immer noch am besten:
https://youtu.be/lVfhzNZRXao

 

Natürlich dürfen die Quellen nicht vergessen werden:

https://de.wikipedia.org/wiki/Dioxin

https://de.wikipedia.org/wiki/Cyanide

https://www.medipresse.de/gesundheit-im-fokus/was-passiert-bei-einer-rauchvergiftung.html

https://www.nw.de/lokal/kreis_minden_luebbecke/luebbecke/3225125_Drei-Atemzuege-koennen-den-Tod-bedeuten.html

Jugendausbildungstag

Spannung, Spiel und Eis

Am Samstag, den 14.09.2019 führte die Stadtjugendfeuerwehr Angermünde geschlossen einen Ausbildungstag für die Mitglieder der Kinder- und Jugendfeuerwehren durch. Diese Veranstaltung wurde im Angermünder Ortsteil Stolpe abgehalten und, dankender weise auch durch ortsansässige Unternehmen unterstützt. So blieb den angehenden Brandschützern, besonders das leckere Eis der Gastronomie Fuchs und Hase in Erinnerung. An diesem Tag mussten die Kinder nicht nur ihr erlerntes Können und Wissen unter Beweis stellen, es wurden auch allerlei neue Dinge präsentiert. So wurde dieser Tag auch von der Wasserschutzpolizei, und dem Naturschutzbund Brandenburg, wie auch dem Heimatverein Stolpe unterstützt. So konnten sich die jungen Blauröcke, nicht nur über das Berufsbild der Polizei informieren, sie erfuhren viel neues über den Naturschutzpark und auch den Grützpott. Gerade das Besuchen des Stolper Turmes, aka Grützpott war das große Highlight dieses Tages. Bei bestem Kaiserwetter bot dieser eine Kilometerweite Aussicht auf die umliegende Landschaft. Diese Veranstaltung beeindruckte die Kinder und Jugendlichen der Jugendwehren aus Altkünkendorf, Kerkow, Greiffenberg, Görlsdorf, Stolpe und Angermünde gleichermaßen. Auch die Erwachsenen waren durchweg begeistert. Auch für das kommende Jahr 2020 wird es wieder einen solch spannenden Erlebnistag geben.

Ein ausdrücklicher Dank geht an die Unterstützer dieses Events, die Wasserschutzpolizei des Landes Brandenburg, die grünen Däumchen des NaBu Teams, den fleissigen Helfern des Stolper Ortsvereines und natürlich für das extrem leckere Eis der Gaststätte "Fuchs und Hase".

So nun viel Spaß beim durchstöbern der Fotos:

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Stadtfeuerwehrtag 2019

Am vergangenen Samstag, den 18.05.2019 feierte die Löschgruppe Steinhöfel (zugehörig zum Löschzug 4) ihr 85zig jähriges Bestehen. Wie es sich für einen solchen Anlass gebührt, wurde dieses Jubiläum durch den jährlichen Stadtfeuerwehrtag gebührend gefeiert. Im Zuge dieser Veranstaltung, konnten sich die Kameradinnen und Kameraden der Angermünder Feuerwehr auch im freundschaftlichen Wettstreit messen. In der Disziplin „Löschangriff nass“ galt es die schnellste und sorgsamste Mannschaft zu ermitteln. Hierbei trafen sich letztlich 14 Mannschaften auf dem Feld der Ehre. Dabei waren auch Kinder und Jugendmannschaften vertreten. So konnten die beiden Kinderfeuerwehren aus Kerkow die beiden ersten Plätze für sich verbuchen, während die Kinder aus Altkünkendorf / Stolpe den dritten Platz belegten. Bei den Jugendfeuerwehren im Alter von 10 bis 14 Jahren, wurden die beiden Mannschaften aus Altkünkendorf / Stolpe von den Jungbrandschützern aus Greiffenberg auf die Plätze 2 und 3 verwiesen. Deutlich energischer ging es bei den Erwachsenen zu, hier wurde verbissen um jede Sekunde gekämpft. Letztlich musste sich die Mannschaft des Gastgebers aus Steinhöfel mit dem zweiten Platz, vor der Mannschaft aus Angermünde, den Favoriten aus Görlsdorf geschlagen geben. Somit dürfen alle erwähnten Mannschaften bei den Kreisausscheiden antreten, welche in Hohenselchow abgehalten werden.

Ich konnte es nicht übers Herz bringen die an diesem Tag geschossenen Fotos auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren, daher sind über unsere Facebookseite weitere Bilder zu dieser Veranstaltung einsehbar.

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Rückblick auf den 15. Trödelmarkt der Angermünder Feuerwehr

Vor nicht einmal 24 Stunden ging der 15. Trödelmarkt der Angermünder Feuerwehr LZ 1 zu Ende. Ein Tag der bleibende Eindrücke hinterließ. Traditionell ist im Frühjahr der Besucherstrom auf unsere Veranstaltung deutlich und spürbar stärker wie im Herbst. Doch trotz dieser Erfahrungen führte uns der erste Trödelmarkt im Jahr 2019 hart an jegliche Kapazitätsgrenzen.
Kein Rekord, der durch diese Veranstaltung nicht gebrochen wurde. Mit 140 Händlerständen wurden neue Maßstäbe gesetzt, ca. 90 Kuchen wurden durch fleißige Helferinnen und Helfer gebacken und verkauft, unzählige Besucher stürmten unser Gelände auf der Suche nach einem Schnäppchen. Erneut lachte uns das Glück im Antlitz der Sonne zu und bescherte uns einen wunderbaren Frühlingstag mit sehr angenehmen Temperaturen. Dank der Unterstützung des Fahrdienstes Nord-Ost, welcher den Transport organisierte konnten erstmalig auch gesundheitlich eingeschränkte Rentnerinnen und Rentner diesen Trödelmarkt besuchen. Ein dickes Dankeschön geht auch an die Seenfischerei Löwe, welche uns einen Kühlanhänger zur Verfügung stellte um die erforderlichen Mengen unserer Lebensmittel und Getränke zu lagern.
Weiterhin möchten wir uns bei der tatkräftigen Unterstützung der Löschgruppe Welsow bedanken. Ohne eurer Manpower, wären wir gnadenlos unterbesetzt gewesen. Danke, Danke, Danke für dieses Beispiel von Kameradschaft.
Abschließend bleibt mir nur eine ganz herzliche Danksagung an Bernd Winkler. Bernd begleitet uns seit der ersten Minute musikalisch und verbreitet durch seine herzliche und liebevolle Moderation immer gute Laune.

Leider gibt es bei einem solch überwältigendem Tage auch ein paar Schattenseiten. Einige Gäste äußerten sich kritisch zur Parkplatzsituation. Dies war teilweise sogar mehr als berechtigt. Zwischenzeitlich stand das gesamte Gewerbegebiet kurz vor einem Verkehrsinfarkt. Daher möchte ich hiermit gleich einen Appell an euch richten, denn der 16. Trödelmarkt wird kommen.
Uns stehen nur begrenzte Parkflächen zur Verfügung, bildet diesbezüglich lieber Fahrgemeinschaften, oder nutzt bei einem solchen Wetter eventuell mal ein Fahrrad. Es wird natürlich auch von unserer Seite über Alternativen zur Entspannung der Parktsituation nachgedacht.

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