Nachruf Wolfgang Süppel

Zu unserem tiefsten Bedauern, hat sich am 21.06.2023 einer unserer verdientesten Kameraden für immer aus unserer Gemeinschaft abgemeldet. 
Im Laufe seiner über 65ig jährigen Mitgliedschaft in der Angermünder Feuerwehr, machte sich Wolfgang Süppel nicht nur in erheblichem Maße um das Brandschutzwesen in Angermünde verdient. Er war nicht nur ein Gründungsmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Angermünde, welche nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1955 wieder völlig neu aufgebaut wurde. Er war in der Funktion des Wehrleiters (Stadtbrandmeister), Dezernent für Ausbildung und Einsatz, sowie als stellvertretener Kreisbrandmeister tätig. Weiterhin war Wolfgang Gründungsmitglied des Uckermärkischem Feuerwehrverband Angermünde e.V. und hier ebenfalls langjähriger Präsident. Auch nach seiner aktiven Dienstzeit machte Wolfgang sich in erheblichem Maße um den Brandschutz verdient. Gerade in seiner Tätigkeit als Chronist, erforschte er die Geschichte der Brandschützer in Angermünde und der Uckermark, so sicherte dieses Wissen für die jüngeren Generationen. Für all seine Verdienste wurde Wolfgang Süppel unter anderem mit einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Angermünde und dem Deutschem Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold geehrt. 
Wolfgang wir danken dir für deinen Einsatz, du wirst fehlen. 

Rauchmelderpflicht in Pkw's mit E-Antrieb

Nach der Pflicht von Rauchmeldern in Mietwohnungen und öffentlichen Gebäuden, folgt jetzt die Rauchmelderpflicht in Pkw’s mit Elektroantrieb.  
 

Als ein Grund für diese Einführung, ist die immer stetig wachsende Anzahl von Fahrzeugbränden bei Elektroautos. Die Feuerwehren haben zunehmend Probleme, die hohe Zahl von Pkw-Bränden zu bewältigen.  

Um die Einsatzkräfte zu entlasten, wurden spezielle Rauchmelder entwickelt, sogenannte Fahrzeugbranderkennungsmelder (FBEM). 
Damit die FBEM einen Brand rechtzeitig melden können, kommunizieren diese mit der Feuerwehr Leitstelle. In den Meldern ist eine SIM-Karte verbaut, welche den Standort des Pkw’s an die Leitstelle übermittelt.  

Spätestens ab dem 01.04.2024, sind alle Fahrzeughalter dazu verpflichtet die speziellen Rauchmelder zu installieren. Die Pflicht, geregelt in der DIN 01-0815-23, gelte für Fahrzeuge mit einem E-Antrieb als auch für Hybridfahrzeuge. 
Bei einer Verkehrskontrolle durch die Polizei sei auch der Fahrzeugführer dazu verpflichtet, einen Funktionstest des Melders durchzuführen. 

Die Vereinigung der Förderung von deutschen Fahrzeugbranderkennungsmeldern (vfdfbem) sprach von einem Meilenstein in der Geschichte des Brandschutzes, denn damit könne eine nie dagewesene Entlastung der Feuerwehren stattfinden. 

Noch einen Schritt weiter, ging die deutsche Taxiinnung. Dank einer kürzlich verabschiedeten Selbstverpflichtung, werden in betroffenen e-Taxis entsprechende BUA´s (Brandunterdrückungsanlagen) nachgerüstet. Hierbei wird im Brandfall der komplette Fahrgastraum mit einem Löschmittel geflutet. Dabei handelt es sich in der Regel um gasförmige Stoffe, wie z.B. CO2 oder Halone. Erste Brände haben jedoch gezeigt, dass gerade bei untrainierten Fahrgästen, mit gesundheitlichen Schäden durch Fehlreaktionen im Brandfall zu rechnen ist. Die Taxiinnung reagierte auf diese Erkenntnisse umgehend und bietet bereits heute wahlweise eine Evakuierungsübung, bzw. eine Einweisung in umluftunabhängigen Atemschutzausrüstung an.  

 
Weitere Informationen können unter www-fbem-feuerwehr.de abgerufen werden oder über die örtliche Feuerwehr in Erfahrung gebracht werden.

Fahrzeugbranderkennungsmelder in einem Pkw

Jahresrückblick 2022

Mit dem Jahreswechsel wird es auch Zeit, das vergangene Einsatzjahr 2022 Revue passieren zu lassen. Trotz einer extremen Einsatzbelastung von 388 Einsätzen im Jahr 2022. Dies stellt einen Anstieg von 26 % auf das Vorjahr dar. Dieser massive Anstieg ist jedoch einer Unwetterlage im Februar zuzurechnen. Zwischen dem 17.02.2022, bis zum 21.02.2022 befand sich die Angermünder Feuerwehr defacto im Dauereinsatz und arbeitete letztlich 104 witterungsbedingte Einsätze ab. Ein solches Ereignis ist bislang einzigartig in der Geschichte der Angermünder Feuerwehr.



Nach der statistischen Bereinigung stehen wir vor der üblichen Jahreseinsatzkurve und sehen, wenn auch abgeschwächt, das mittlerweile übliche Einsatzhoch in den Sommerjahren. So war auch das
Jahr 2022 im Sommer geprägt von Wald und Flächenbränden. Auch wenn der Sommer 2022 als „Waldbrandsommer“ in die Geschichte Brandenburgs einging und es zu einer erheblichen Häufung an Bränden kam, welcher die Spitze der letzten 10 Jahren darstellt, so mussten unsere Kräfte, im Zusammenwirken mit der Brandschutzeinheit des Landkreises (BSE) glücklicherweise nur 2-mal ausrücken. Während dieser kräftezehrenden Einsätze am 16.06. in Treuenbrietzen und am 31.07. in Falkenberg (Elbe/Elster) wurden zwei der größten Waldbrände des Jahres in Brandenburg bekämpft.



Überraschend ist eine 50 %ige Steigerung bei Gebäudebränden. Die Gesamtanzahl der Gebäudebrände mit insgesamt 15 Einsätzen klingt nicht viel, ist dennoch ungewöhnlich. Insbesondere da es sich jedes Mal um bestätigte Brände, mit teils erheblichen Auswirkungen handelte. Während dieser Einsätze, wurde im Einsatzjahr 2022 mit 10 Personen, der Löwenanteil von 17 unter akuter Lebensgefahr stehender Menschen gerettet. Demgegenüber stehen 4 Personen, für die jegliche Hilfe zu spät kam, diese Zahl stellt den Tiefpunkt seit 2018 dar.



Mittlerweile muss man, von einem Dauerzustand reden, dass trotz steigender Brandanzahl die technische Hilfeleistung zum Einsatzschwerpunkt der Feuerwehr geworden ist.
So rückten die Löschzüge im Jahr 313-mal zu technischen Hilfeleistungen aus, neben den bereits angesprochenen Hilfeleistungen durch naturbedingte Wetterschäden, stechen hierbei 38 Alarmierungen wegen Türnotöffnungen deutlich vor und eine vermeidbare Einsatzbelastung dar. Auch die 30 Alarme wegen Ölspuren sind ganz klar minimier bar. Somit müssen wir unseren dringenden Apell an alle Fahrzeugbesitzer richten, Ihre Kfz entsprechend vernünftig zu warten. Dies liegt auch im eigenen Interesse, da es zu einer Kostenumlage bei solchen Einsätzen kommen kann.



Ebenfalls überraschend kam es zu einer zeitlichen Verschiebung des Einsatzgeschehens in die Nachtstunden. Hier Steigerung von fast 40% im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch liegt der Schwerpunkt der Einsatzhäufigkeit weiterhin in den Tagesstunden, was insbesondere auf die weiterhin kritische Tagesausrückebereitschaft, wie die Jahre zuvor weiterhin problematisch ist.



So rückten die Einsatzkräfte in der Zeit von 06 – 18 Uhr 255-mal aus, dem gegenüber stehen 133 Einsätze in der Nachtzeit von 18 – 06 Uhr. Erfreulicherweise konnte die Einsatzbeteiligung unserer Einsatzkräfte stabilisiert und sogar leicht angehoben werden. Es ist erfreulich zu sehen, dass die durchschnittliche Einsatzbeteiligung auf 12 Einsatzkräfte erhöht werden konnte. Die Verteilung der Einsätze zwischen den Löschzügen der Angermünder Feuerwehr, unterscheidet sich nur grob zum Jahr 2021.


So entfielen 106 Alarme auf den Löschzug 4, 78 Einsätze auf den Löschzug 3, 36 Einsätze auf den Löschzug 2 und 202 auf den Löschzug 1. Letztlich wurden die 388 Alarme mit ca. 32805 Einsatzminuten abgearbeitet. Somit befand sich die Angermünder Feuerwehr im Jahr 2022 ganze 22 Tage und 19 Stunden im Einsatz.
Abschließend möchte ich allen Lesern ein ruhiges und gesundes Jahr 2023 wünschen. Hoffen wir auf sinkende Einsatzzahlen.

Verdiente Danksagung

Kamerad Duckert ist seit Jahrzehnten ein geachteter und gestandener Feuerwehrmann in der Angermünder Feuerwehr. Mit der Übernahme der Funktion als Stadtwehrführer, im Jahr 1997 hat er dieses Amt mit Würde und Herzblut über 25 Jahre ausgeübt und sich so das Vertrauen seiner Kameradinnen und Kameraden erworben. In all den Jahren sorgte er für eine konstante Weiterentwicklung und Professionalisierung der Angermünder Feuerwehr sowie eine regelmäßige Anpassung an die veränderten Gefahrenschwerpunkte einer wachsenden Stadt. Besonders erwähnenswert ist hierbei natürlich der Neubau der Feuerwache oder die kontinuierliche Modernisierung des Fuhrparks. Aber auch in der Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden, sowie der technischen Ausstattung konnte er seine Spuren hinterlassen. Nicht nur auf der örtlichen, überörtlichen, sondern auch auf der Landesebene ist Kamerad Duckert kein unbeschriebenes Blatt. Viele Institutionen konnten und könne auf solch eine erfahrene Führungspersönlichkeit im Feuerwehrwesen zurückgreifen, um ihre Entscheidungen auf Grund einer qualifizierten Fachexpertise fällen zu können. Auch in der Verbandsarbeit ist Kamerad Duckert kein Unbekannter. So hat sich unser Jürgen seine fachliche Expertise, u.a. in den Uckermärkischen Feuerwehrverband Angermünde e.V. eingebracht und wesentlich zur Erfüllung der umfangreichen Arbeit unseres Kreisfeuerwehrverbandes beigetragen.

Aufgrund dieser langjährigen Verdienste um das Feuerwehrwesens, wurde Jürgen Duckert am 27.08.2022 mit dem Ehrenzeichen der Feuerwehrverbände des Landkreis Uckermark in der Stufe Gold auszeichnet.

Wohin mit dem Sprit?

Benzin, Heizöl, Gas und Diesel, diese Begriffe bestimmen derzeit unseren Alltag in außergewöhnlicher Weise. Keine Sorge, wir werden hier nun keine politische Grundsatzdiskussion über den Sinn und die Notwendigkeit der Ursachen der Betriebsstoffverteuerung anstoßen.
Fakt ist der „Lebenssaft“ unseres modernen Lebens ist teuer wie nie. Dies führt natürlich dazu, dass jeder plötzlich dem inneren Sparfuchs mehr Beachtung schenkt. Dabei wird leider viel zu häufig vernachlässigt, dass es für den Transport und natürlich auch die Lagerung Regeln und Grenzen gibt.

Vorab muss natürlich erwähnt werden, dass dieser Artikel keine Rechtswirksamkeit entfaltet und sich daraus auch kein Rechtsanspruch ableitet. Er dient einzig zur Orientierung und soll zum Nachdenken anregen. Letztlich ist jeder selbst für sein Handeln verantwortlich.

Persönlich kann ich es niemandem verübeln, wenn man auf die Möglichkeiten des „Tanktourismus“ in Polen zurückgreift und sich dort entsprechend mit Benzin oder Diesel eindeckt. Solang man sich an die Regeln hält und genau diese werden in letzter Zeit immer öfter vernachlässigt, was ja auch der Grund für diesen Artikel ist.

Kraftstoffe sind feuergefährlich und fallen unter die Gefahrstoff, bzw. Gefahrgutverordnungen. Natürlich greifen noch ein paar weitere Gesetzmäßigkeiten, die unter anderem Auswirkungen auf die Steuerpflicht etc. haben. Doch diese Dinge wollen wir hier nicht betrachten. Es sei nur erwähnt, dass die maximale Transportmenge nicht gleich der Steuerfreimenge darstellt. Wie gesagt, jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

So auf keinen Fall!

So auf keinen Fall!

Privatpersonen dürfen für den privaten Gebrauch, z.B. Freizeit- oder Sportaktivitäten insgesamt maximal 240 l Kraftstoff transportieren. Doch Vorsicht! Bei einem Transport dürfen die Transportbehältnisse (Kanister) maximal 60 l fassen und müssen entsprechend über eine „Reservekanister-Zulassung“ (RKK) verfügen. Hier beginnen oft schon die Probleme, über unsere Einsatzerfahrungen könnte ich allein zu diesem Thema ein Buch schreiben. Das möchte ich nur wie folgt kommentieren: „Nein, Plasteflaschen verfügen nicht über eine solche Zulassung.“
Sinn und Zweck des Reservekanisters ist es, die Weiterfahrt zur nächsten Tankstelle zu ermöglichen.
Bei dem innerdeutschen Tankstellennetz ist dies mit einem 5 bis 10 Liter Kanister zur realisieren.
Somit muss jedem klar werden, dass im Falle einer polizeilichen Kontrolle, die Notwendigkeit der Mehrmenge glaubhaft gemacht werden muss. Zudem müssen diese Kanister auch entsprechend gesichert werden, so dass diese bei einer Gefahrenbremsung nicht umkippen oder verrutschen können. (Frage ans Gewissen, wer macht das schon?) Hält man sich nicht daran, riskiert man nicht nur empfindliche Bußgelder und das vermeintliche Schnäppchen wird zum Kostentreiber.  

Doch mit dem Transport ist es ja nicht getan. Der Sprit muss ja auch irgendwo gelagert werden. Hierzu werden die Kanister meist in der angemieteten Garage oder irgendwo im Haus gebunkert. Auch hier gibt es strenge Vorschriften. Die gesetzliche Grundlage für diese Regelungen, findet man in der jeweiligen Garagenverordnung des Bundeslandes. Diese werden ergänzt durch verschiedene weitere Regularien, z.B. die Nutzungsbedingungen (bei Miete) und u.a. die Versicherungsbedingungen. Da Diesel schwerer entflammbar ist als Benzin, darf in separaten Garagen meist mehr Diesel gelagert werden. So sind 200 l Diesel und 20 l Benzin als Lagermenge nicht unüblich. Diese Mengen reduzieren sich bei der Kellerlagerung jedoch meist generell auf 20 l.
Diese 20 l sind übrigens nicht als „pro Mietpartei“, sondern als Maximalmenge zu verstehen und müssen auf die Mieter aufgeteilt werden. Bei 4 Mietparteien, stünden somit jeweils 5 l Lagermenge zur Verfügung.  Weitere Informationen zu diesem Thema findet man bei Google.
In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

Jahresrückblick 2021

Das neue Jahr ist nun schon zwei Wochen alt und so wird es erneut Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Doch vorab möchte ich euch allen ein gesundes neues Jahr wünschen. Denn die Gesundheit ist unschätzbar wertvoll. So möchte ich diesmal auch mit den schmerzlichen Erfahrungen beginnen. Das Jahr 2021 hat drei geschätzte und aktive Kameraden aus unseren Reihen gerissen.

Wie bereits im Vorjahr wurde das Jahr 2021 von der SARS-CoV 2 Pandemie geprägt und legte uns deutlich spürbare Einschränkungen auf. Besonders erschwert wird die Ausübung unseres Ehrenamtes hierbei durch einen enormen Ausbildungsstau an den weiterführenden Ausbildungseinrichtungen auf der Kreis- und der Landesebene. Trotz aller Widrigkeiten und extremer Einsatzsituationen, auf die ich noch eingehen möchte, ist es auch im Jahr 2021 gelungen, einen professionellen Bevölkerungsschutz allzeit zu garantieren. Doch hier muss klar angemerkt werden, dass ein weiteres Ausbleiben an Nachwuchskräften zu einem großen Problem wird.

Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignissen des Jahres 2021 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Das Jahr 2021 stellt mit 313 Alarmen eines der einsatzintensivsten Jahre der letzten Zeit dar. Das ist eine 44 prozentige Steigerung und führte teilweise zu einer erheblichen persönlichen Belastung der Einsatzkräfte. Besonders erwähnenswert ist hierbei das Unwetterereignis zwischen dem 30.06. und 01.07. Ich möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass unsere Region noch erhebliches Glück hatte. Auch wenn unsere Kamerad:innen teilweise über 48 Stunden im Dauereinsatz waren, sind uns Bilder wie aus dem Ahrtal erspart geblieben. Auch in dieser Katastrophenregion unterstützten Kameraden der Angermünder Feuerwehr die örtlichen Einsatzkräfte. Leider wird uns der Klimawandel weitere solcher Bilder bescheren.

Das Bergen von Verstorbenen gehört leider mit zu unseren traurigen Pflichten, so kam im Jahr 2021 für 6 Menschen unsere Hilfe zu spät. Dem gegenüber stehen aber 26 Menschen, die wir aus einer akut lebensbedrohlichen Gefahr retten konnten.
Das Jahr 2021 stellt grundsätzlich einen „normalen“ Verlauf der Einsatzalarmierungen dar und deckt sich in der Verlaufskurve mit den Vorjahren.



So stellen gerade die Sommermonate die einsatzstärkste Zeit dar.
Wie in den Vorjahren stellte unser Einsatzschwerpunkt die technische Hilfeleistung dar.



So stehen 54 Brandeinsätzen letztlich 253 Einsätze mit technischem Hintergrund gegenüber.
Wie in den Vorjahren blieb die Alarmierung zu Brandeinsätzen bei den Brandmeldeanlagen relativ stabil bei ca. 12 Alarmen. Hierbei muss klar und deutlich angemerkt werden, wenn auch oft und schnell der Begriff „Fehlalarm“ fällt, weil es nicht brennt und die Feuerwehr augenscheinlich nicht Tätigwerden muss, eine solche Brandmeldeanlagenauslösung meist einen realen Hintergrund hat. Somit macht die Anlage genau das, wofür sie da ist.



Im Groben hat sich an der Einsatzverteilung im Brandeinsatz keine signifikante Änderung zu den Vorjahren ergeben. Doch in Erinnerung bleibt der Wohnungsbrand in der Prenzlauer Straße, welcher zu einer extremen Gefährdung der anwesenden Personen geführt hatte und somit den Schwerpunkt der Brandeinsätze des Jahres 2021 bildete.
Bei den technischen Hilfen gibt es auch nach einer statistischen Bereinigung durch die Sturmschäden eine deutliche Änderung zum Vorjahr. So mussten wir deutlich öfter zu naturbedingten Einsätzen ausrücken, doch auch die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind deutlich angestiegen. Wohingegen der Alarmschwerpunkt aus dem Jahr 2020, die Ölspuren zurückgingen.



Wie bereits in den Vorjahren lagen die häufigsten Alarmierungen in den Tagesstunden zwischen 06 – 18 Uhr.



Hier stellt uns der mangelnde Nachwuchs zukünftig vor große Herausforderungen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Hier möchten wir uns bei allen Arbeitgebern bedanken, welche Ihre Mitarbeiter und unsere Kamerad:innen im Einsatzfall freistellen. Gleichzeitig muss ein dringender Appell an alle anderen gesendet werden, diesen Beispielen zu folgen.

Es verbleibt noch der Blick auf die eigentliche Einsatzverteilung der Löschzüge:



Die Masse der Alarme fiel naturgemäß auf den Löschzug 1, gefolgt vom Löschzug 4.

Im Jahr 2021 befanden sich die Kamerad:innen der Angermünder Feuerwehr insgesamt für 27558 Minuten im Einsatz, dies entspricht ganze 19 Tage! Bei einer durchschnittlichen Einsatzstärke von 11 Einsatzkräften wurden somit über 5052 Einsatzstunden geleistet. Das ist ein unglaublicher Wert für eine freiwillige Feuerwehr und somit bedanke ich mich erneut bei allen Kamerad:innen für die geleistete Arbeit und die persönlichen Entbehrungen, die Ihr auf euch nehmt, um unsere Stadt sicherer zu machen. Auf ins Jahr 2022.

-----

Einleitungsbild:
©Tim Reckmann - 2021 unter CC BY 2.0

Nachruf Mathias Redlich

Am 02.10.2021 verstarb Mathias plötzlich und unerwartet, viel zu früh. Er hinterlässt eine Tochter und eine nicht zu füllende Lücke in unserem Herzen.
In seinen 25 Jahren, in der aktiven Einsatzabteilung der Angermünder Feuerwehr, lebte er die Begriffe Treue und Kameradschaft täglich vor. Er war ein Ruhepol, den selbst die hektischte Umgebung nicht aufregen konnte. Freundlich, überlegend und bedächtig, ging er mit allen Kameraden und Freunden um. Immer ein offenes Herz und eine helfende Hand, so engagierte er sich auch in der Nachwuchsgewinnung der Jugendfeuerwehr. Seit Samstag ist die Welt dunkler und grauer. Ein helles Licht hat uns viel zu früh verlassen. Uns bleibt nur die Erinnerung an sein Lächeln. Machs gut Matze.

Ahrweiler 2021

Es ist nun fast einen Monat her, dass es in Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen zu verheerenden Niederschlägen und daraus resultierenden Überschwemmungen kam.
Bis zum heutigen Tage, ist an ein halbwegs normales Leben in der Region Ahrweiler nicht zu denken. So sind selbst rudimentäre Grundvorraussetzungen, wie Wasser, Gas und Strom derzeit nicht gewährleistet.
Viele Keller stehen noch voll Geröll und Schlamm, Straßen und Brücken sind zerstört und müssen neu gebaut werden. Diese Katastrophe weckte gerade in Brandenburg Erinnerungen an die Hochwasser der Oder und der Elbe. So unterstützten auch brandenburger Kräfte der Hilfsorganisationen, wie des DRK, der Feuerwehr, der Johaniter und viele viele andere, selbstverständlich die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen in der Region Ahrweiler. Am vergangenen Dienstag fand der bislang letzte Austausch der Feuerwehrkräfte statt. So unterstützen auch Kamerad:innen aus der Uckermark, so rückte u.a. die Werkfeuerwehr des PCK, aber auch der Freiwilligen Feuerwehr Angermünde mit Spezialtechnik vor Ort. Hierbei wurde ein spezielles Fahrzeug für die Ölwehr eingesetzt. Dabei wurden u.a. beschädigte Heizöltanks, oder kontaminierte Teiche aus- und leergepumpt. Ein paar Impressionen die diese Kameraden aus dem Einsatzgebiet mitbrachten, möchten wir euch hiermit zeigen.

  • aw_1
  • aw_10
  • aw_11
  • aw_12
  • aw_13
  • aw_14
  • aw_15
  • aw_16
  • aw_2
  • aw_3
  • aw_4
  • aw_5
  • aw_6
  • aw_7
  • aw_8
  • aw_9


Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr und oder rechtlicher Relevanz

Nachruf Stephan Schindler

Am 06.02.2021 erreichte uns eine schockierende Nachricht.
Viel zu früh wurde Stephan Schindler aus dem Leben gerissen, nach kurzer und schwerer Krankheit, trat er in der Nacht vom 05. zum 06. Februar seine letzte Reise an.

Stephan trat am 27.03.1997 der Angermünder Feuerwehr bei und war seit dem 01. September 2001 vollwertiges Mitglied der Einsatzabteilung des Löschzuges 3. Hier versah er seinen Dienst in der Löschgruppe Altkünkendorf. Für seine ruhige und bedachte Art war er bei den Kamerad:innen geschätzt. Er engagierte sich mit viel Hingabe an der Städtepartnerschaft zwischen Lügde und Angermünde. So brachte er sich auch stark in das jährliche Kartoffelbraten ein. Stephans Leidenschaft galt Oldtimerfahrzeugen, in Eigenarbeit restaurierter er einen LKW. Von seinen handwerklichen Künsten profitierte auch die Angermünder Wehr.

Stephan hinterlässt auch im Kameradenkreis eine nicht schließbare Lücke, auch wenn wir dich gehen lassen mussten, so bleibt uns doch die Erinnerung an die wertvollen Momente mit dir.

 

 

 

 

 

 

Die Jack Dawson Frage

Moin liebe Leser:innen,

vorab muss ich euch vorwarnen, dieser Beitrag enthält Spuren von Ironie und Sarkasmus. Sollte jemand dagegen allergisch sein, so befragt euren Arzt oder Apotheker, oder klickt jetzt weiter.

Nachdem die letzten Tage hinreichend über den Winterdienst geschimpft wurde, dürfte nun jeder verstanden haben, es ist Winter. Somit sehen wir uns wieder mit einer altbekannten Frage und einem Problem konfrontiert.

Das Problem: „deutsche Absicherungs-Wohlfühlgedanke“ aka „Irgendwer anders wird sich schon kümmern.“
Der prägende Grundgedanke der christlichen Nächstenliebe und gegenseitiger Führsorge, der egal ob religiös erzogen oder nicht, ein Teil unseres Wertesystems ist wurde durch die „Ellenbogengesellschaft“ spürbar verwässert. Heutzutage heißt es nicht mehr: „Komm ich helfe dir“, sondern „Warum brauchst du so lange?“ Es hat eine fordernde Anspruchshaltung Einzug gehalten, wovon die sozialen Medien erheblich betroffen sind. Dies zeigte sich zuletzt in der Diskussion über den Winterräumdienst. Wir sind bequem geworden, denn ein anderer wird’s schon richten.

Dies führt mich nun zu der angesprochenen Frage: „Wann gibt die Feuerwehr endlich die Seen frei?“ Ja wir haben Winter, ja es ist jetzt ca. 10 Tage am Stück kalt und dennoch ist es schön draußen. Jeder hat bedarf daran, aus den Corona Einschränkungen auszubrechen und etwas Normalität zu genießen. Was wäre passender, als eine Runde über einen zugefrorenen See zu drehen? Hier bei treten nun drei Personengruppen auf. Die ersten die leichtsinnig, alle Risiken ignorieren auf die Seen gehen und Spaß haben, zumindest so lange bis sie einbrechen. Die zweiten, die gern Spaß haben wollen, aber eben auch auf Nummer sicher gehen müssen. Also die, die die Frage stellen: „Wann darf ich Schlittschuh laufen und wieso hat es mir noch keiner erlaubt.“ Und die dritten, die Kopfschüttelnd den Finger hebend: „Das ist Gefährlich“ rufen. Persönlich finde ich mich in jeder dieser Gruppen wieder und verurteile somit keinen. Dennoch muss ich hiermit ein paar Dinge klarstellen.

1.: Die Feuerwehr ist kein leistungsorientierter Servicebetrieb, der auf Kundenzufriedenheit angewiesen ist. Immerhin machen wir das frei und willig.

2.: Die Feuerwehr ist nicht für das Freigeben etwaiger Gewässer zuständig und selbst wenn, würden wir dies nicht tun, denn aus einer solchen Freigabe erwachsen auch Haftungs- und Schadensersatzansprüche.

3.: Warum wird eine solche Freigabe nicht erteilt?
Unsere Seen und Gewässer sind gekennzeichnet von schwierigen Strömungsverhältnissen, diese erschweren auf vielfältige Art eine durchgehende und tragfähige Eisbildung. Somit ist die Belastbarkeitsgrenze nicht bestimmbar. Eine Freigabe könnte, wenn also nur temporär und nur nach intensiver Beprobung erfolgen.

4.: Aber andere Feuerwehren geben frei!
Wirklich? Nun ja, wir springen aber auch nicht von der Brücke.

5.: Wenn Ihr nicht warnt, ist es doch ok.
Nein, wir warnen schon seit Jahren nicht mehr vor dem Betreten der Eisflächen. Denn zum einen können wir nicht sicherstellen, ob diese Warnung auch verstanden wurde, bzw. ob sie überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Zum anderen sollte sich jeder Mensch grundsätzlich bewusst sein, dass er sich beim Betreten einer Eisfläche grundsätzlich in Lebensgefahr begibt.

6.: Was passiert, wenn ich doch mal einbreche?
Nun dann hoffen wir, dass sich die Beute gelohnt hat und man einen wirklich guten Anwalt kennt.
Sollte man bei dem Einbruch, dummerweise in kaltes Wasser gefallen sein, tja dann habt ihr ein gewaltiges Problem, also so ein richtiges Jack Dawson Problem. Bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt liegt die durchschnittliche Überlebenschance bei 15 Minuten*. Je nach Lokalität des „Badevergnügens“ ist es möglich, dass unsere Anfahrt länger dauert. Wenn man also den Nervenkitzel sucht, wäre Russisch Roulette die passendere Alternative.

7.: Wie kann ich das Risiko minimieren?
Am besten gar nicht erst auf das Eis gehen. Es gibt gewerbliche Alternativen, wo man Schlittschuh laufen kann. Grundsätzlich sollte man nie allein auf das Eis gehen, es sollte sich immer jemand am Ufer befinden. Verlasst bei Knack- oder Knirschgeräuschen das Gewässer, mehr Vorwarnungen werdet ihr vor dem Einbrechen nicht erhalten. Verzichtet auf Hüpfen und Springen, um die Belastbarkeit des Eises zu testen. Passt gegenseitig auf euch auf, insbesondere auf Kinder.
Haltet eigenes Rettungsmaterial (Seile, Stangen o.ä.) bereit. Wenn jemand einbrechen sollte, ist unverzügliche Hilfe erforderlich.
Bewegt euch anschließend nur noch liegend auf dem Eis, dies verteilt euer Gewicht besser.
Geht Rodeln.

Wer weiterhin nicht genug abgeschreckt ist, dem empfehle ich die fortgeschrittenen Lektüre:
Die Phasen des Erfrierens.

____

* Die Überlebenszeiten hängen erheblich von den Umständen ab.

Jahresrückblick 2020

Liebe Leser,
ich wünsche euch allen vorab noch ein gesundes (und hoffentlich frohes) neues Jahr.
Am heutigen 12.01.2021 blicken wir auf eins der ruhigsten Einsatzjahre der letzten Zeit zurück.
Insbesondere der Jahreswechsel fiel erwartungsgemäß ruhig und leise aus.
Die Covid-19 Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen prägte auch unsere Einsatzgeschehen merklich. Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignisse des Jahres 2020 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Im Jahr 2020 wurde die Angermünder Feuerwehr insgesamt zu 227 Einsätzen alarmiert. Somit mussten wir 47-mal weniger als im Vorjahr ausrücken. Dies entspricht einer Abnahme von 17,15 % und liegt deutlich außerhalb der durchschnittlichen Jahresschwankungen.
Diese Ruhephase manifestiert sich sehr deutlich im November 2020, hier mussten wir nur zu 4 Einsätzen ausrücken. Dies lässt sich nur auf den entsprechenden Corona bedingten Lockdown und die daraus resultierende Disziplin der Angermünder Bürger zurückführen. Dafür möchten wir uns bedanken.

Im Jahr 2020 kam für 7 Personen unsere Hilfe leider zu spät, jedoch konnten wir 25 Menschen aus akut lebensbedrohlichen Zwangslagen retten.

Wie bereits in den Vorjahren, lagen unsere einsatzintensivsten Monate im Sommer, hierbei bildete der August mit 29 Einsätzen das Jahreshoch. Erstaunlicherweise bildeten im August nicht die Brandbekämpfung, sondern die technische Hilfe unseren Einsatzschwerpunkt. So mussten wir jeweils zu 6 Verkehrsunfällen und zu 6 Ölspuren ausrücken.

Diese Hilfeleistungen stellten im Jahr 2020 auch wieder die Hauptätigkeit der Feuerwehr dar. Somit kam es im Vergleich der Jahre 2019 und 2018 zu einer Trendumkehr. In den vorhergehenden Jahren verzeichneten wir aufgrund der extrem trockenen Sommer ein deutlich Brand lastigere Einsatzjahre.

Wenn wir einen genaueren Blick auf die Brandeinsätze werfen so wird deutlich, dass die großen Waldbrandbekämpfungen rückläufig waren, jedoch die Flächenbrände und insbesondere die Kleinbrände weiterhin häufig vertreten waren. Auch die Gebäudebrände, mit Personenbeteiligung forderten die Einsatzkräfte im Jahr 2020.

Demgegenüber stehen die Hilfeleistungseinsätze, hier bildeten die Verkehrsunfälle den traurigen Höhepunkt des Einsatzjahres, wohin gehen die Türnotöffnungen leicht rückläufig waren.

Wie bereits im Vorjahr, wurden unsere Einsatzkräfte häufiger in den Tagesstunden von 06 – 18 Uhr alarmiert. Leider hat sich die verfügbare Personalstärke, gerade in diesen Tageszeiten nicht entspannt. Hier muss deutlich erwähnt werden, dass jeder Löschzug, bzw. jede Löschgruppe ein Nachwuchsdefizit aufzeigt und über Verstärkung froh ist. Falls bei dem Lesen des Artikels Interesse an dem Mitwirken in der Feuerwehr geweckt wurde, so kontaktieren Sie uns unverbindlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Abschließend werfen wir einen Blick auf die Einsatzverteilung der einzelnen Löschzüge.

Während die Einsätze der Löschzüge 1 und 4 deutlich rückläufig waren, stagnierten die Alarmierungen des Löschzuges 2. Erstaunlich stellt sich die Situation des Löschzuges 3 dar, welcher entgegen des allgemeinen Trends der Angermünder Feuerwehr sogar häufiger als im Vorjahr alarmiert wurde.

Durchschnittlich befanden sich 14 Kamerad: innen an der Einsatzstelle, im Jahr 2020 verbrachten wir insgesamt 19230 Minuten im Dienst am Bürger. Dies entspricht 13 Tage, 8 Stunden und 30 Minuten im Dauerdienst. Im Vergleich zum Vorjahr stieg somit die durchschnittliche Einsatzdauer um 12 Minuten auf 1 Stunde und 25 Minuten.

Persönlich möchte ich mich bei allen Kamerad: innen und deren Angehörigen für das Engagement und die Unterstützung unseres Dienstes bedanken. Wir für Angermünde, 24/7/365!

CoronaNews November 2020

Coronabedingt fallen alle Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr bis mindestens zum 30.11.2020 aus.
Für weitere Infos wendet euch bitte an euren zuständigen Jugendwart.

Danke.

Geschichte wird gemacht!

Am 10.09.2020 ereignet sich ein historischer Moment. Doch dieses Ereignis wird vielfältig diskutiert. Gemeint ist der erste deutsche Warntag, seit der Widervereinigung Deutschlands. Mit dem Ende des Kalten Krieges entfiel einer der Hauptgründe Bevölkerungswarnungen akustisch abzugeben. Der plötzlich ausbrechende Atomkrieg war nur noch ein altbackendes Schreckensszenario. Nun wurde in West, wie Ost diskutiert wozu die Sirenen noch genutzt werden könnten. Es setzte sich die Verwendung für die Feuerwehr durch. Doch während dieser Sirenenalarm gerade in den ländlichen Regionen noch sehr präsent ist, sorgte er gerade in den größeren Städten für etlichen Ärger. Immerhin sind die „röhrenden Elche“ nicht gerade leise und es gibt definitiv schönere Arten nachts geweckt zu werden. Diese Diskussion führte auch in Angermünde zu einigen Änderungen. So wurden als erstes in der Kernstadt sogenannte Funkmeldeempfänger angeschafft und somit die „stille“ Alarmierung für Rettungskräfte eingeführt wurde. Diese Änderung führte Deutschlandweit zu einer Fähigkeitslücke in der Bevölkerungswarnung. Während unsere älteren Mitmenschen die Sirenensignale noch recht gut kennen, sie aber meist mit „Fliegeralarm“ assoziieren, kennen die Millennials diese Signale gar nicht mehr. Auch die Einführung von Warnapps wie NINA oder KATWARN konnten diese Lücke nicht zufriedenstellend schließen. Die Ereignisse der letzten Jahre zeigten schmerzlich auf, dass eine solche Warneinrichtung dringend benötigt wird. Sei es das plötzlich auftretende Unwetter, oder gar ein Amoklauf, bzw. terroristischer Anschlag. Dies ist also der Hintergrund, warum viele Städte, Gemeinden und Kreise wieder vermehrt auf den Sirenenausbau zurückfallen. Nun muss natürlich noch die Bevölkerung an diesen „Lärm“ wieder gewöhnt werden,
auch die Signale müssen wieder bekannt gemacht werden. Dies ist der Grundgedanke des diesjährigen Warntages. Mittlerweile dürfte nahezu jeder zumindest einmal über einen Hinweis auf den 10.09. gestolpert sein, doch wie läuft es nun bei uns ab?

Die Angermünder Kernstadt bleibt so wie viele Ortschaften still und dies hat einen elementaren Grund. Während die Kernstadt ganz auf Sirenen verzichtet, werden diese in den Ortsteilen zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt. Würden nun alle verfügbaren Sirenen in der Uckermark angesteuert werden, fiele zeitgleich eine effektive Alarmierung von Rettungskräften für ca. 45 Minuten aus. Dies ist ein unnötiges Hemmnis, so dass für Angermünde nur die Sirenen des Ortsteiles Stolpe ausgelöst werden. Selbstverständlich beeinträchtigt dies nicht die verbliebenen Sirenen, diese werden monatlich durch einen bestimmten Probealarm, einer Funktionsprobe unterzogen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier:
Warntag 2020
oder tretet einfach über unsere Facebookseite mit uns in Kontakt

Brandübung 08/20

Das Feuerlöschen, ist eine der Kernaufgaben der Feuerwehr.
Im sogenannten Innenangriff, also das Löschen innerhalb von Gebäuden, ist dies eine der gefährlichsten und anspruchsvollsten Aufgaben, die einer Einsatzkraft übertragen werden können. Zu den erheblichen Gefahren von außen, dem Feuer, Strom und Wasser, drohen auch Gebäudeschäden, die bis zum völligen Einsturz führen können. Dazu kommen in den Gebäuden gelagerte Gegenstände und Materialien von denen weitere Gefahren ausgehen können. Als ob dies noch nicht reicht, sehen sich die Kamerad: innen meist auch mit einer erheblichen Rauchentwicklung konfrontiert, die sich bis zur absoluten Nullsichtlage entwickeln kann. Man sieht also buchstäblich die Hand vor Augen nicht.

Somit kommen zur körperlichen Anstrengungen der enormen Hitze, eingeschränkten Bewegungsfreiheit durch die Schutzausrüstung und die unnatürliche Körperhaltung zur Fortbewegung, auch noch psychische Belastungen hinzu. Um dieser Belastung gewachsen zu sein, hilft nur Training und Erfahrung. Die Erfahrung lässt sich glücklicherweise nur selten sammeln, denn dazu muss es ja wirklich brennen. Umso wichtiger ist das Training. Am 29.08.2020 hatten 6 Einsatzkräfte der Angermünder Feuerwehr die Gelegenheit in einer Brandsimulationsanlage zu trainieren.

Dies stellte für 3 von Ihnen vor eine absolute Premiere, immerhin absolvierten Sie erst eine Woche zuvor Ihre Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger: in. Ursprünglich wollten wir euch einen tieferen Einblick in einen solchen Innenangriff bieten und diese Übung mit filmen. Doch leider war dies aufgrund der Hygieneeinschränkungen im Zuge der COVID-19 Eindämmung nicht möglich. So konnten auch zwei spezielle Kameragehäuse, welche uns von der Firma Otto Klobe & Sohn GmbH freundlicherweise und sehr zuvorkommend zur Verfügung gestellt wurden, noch nicht genutzt werden. Die spezielle Beschichtung der Gehäuse soll die enorme Umgebungstemperatur von den Kameras fernhalten und die Aufnahmefunktion sicherstellen. Auf diesem Wege möchte ich mich erneut für die unkomplizierte, schnelle und freundliche Hilfe der Firma Klobe bedanken. Die Gehäuse werden definitiv bei der nächsten Gelegenheit Verwendung finden. Für jeden der nun etwas mehr wissen möchte, dem empfehle ich unser Video zum Roll Over.

Änderung der Einsatzmaßnahmen

Die Coronakriese ist in aller Munde und zwingt nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt zu harten und einschneidenden Maßnahmen.
Auch das Feuerwehrwesen bleibt von diesen Maßnahmen nicht verschont. So haben sich bereits im Laufe der letzten Woche mehrere Feuerwehren in eine freiwillige Quarantäne begeben. Die Angermünder Feuerwehr, hat sich jedoch zu einer anderen Maßnahme entschieden.
Da das SARS-CoV-2 (Coronavirus) äußerst empfindlich auf Alkoholhaltige Desinfektionsmittel reagiert, haben die Kameraden der Angermünder Löschzüge am heutigen Tag entsprechende Maßnahmen zum Eigenschutz ergriffen. Bereits um 07 Uhr rollten zwei große Tanklaster an den Gerätehäusern vor. Das bisher genutzte Löschmittel, besser bekannt als Dihydrogenmonoxid wurde kurzerhand gegen das Desinfektionsmittel ausgetauscht. Wir versprechen uns damit einen deutlich gesteigerten Schutz unserer Einsatzkräfte und somit ein erheblich gesunkenes Infektionsrisiko. Kritische Stimmen, wonach alkoholhaltige Löschmittel zu exothermen Oxidationen neigen, wiegeln die Kameraden ab.

Bildbearbeitung Tobias Herbst

Das Coronavirus ist ebenfalls Temperaturempfindlich und die beabsichtigte Desinfektion ist so ebenfalls sichergestellt. Eine abschließende Bitte wurde letztlich noch geäußert:
Liebe Angermünder Bürger, bitte bringt kein Feuer zu unseren Löscheinsätzen mit. Danke.

Unterkategorien

History - Mistory

Es war einmal in Angermünde

Du willst mitmachen?

So wirst du Mitglied der Jugendfeuerwehr oder der Einsatzabteilung...

weiterlesen