Wohin mit dem Sprit?

Benzin, Heizöl, Gas und Diesel, diese Begriffe bestimmen derzeit unseren Alltag in außergewöhnlicher Weise. Keine Sorge, wir werden hier nun keine politische Grundsatzdiskussion über den Sinn und die Notwendigkeit der Ursachen der Betriebsstoffverteuerung anstoßen.
Fakt ist der „Lebenssaft“ unseres modernen Lebens ist teuer wie nie. Dies führt natürlich dazu, dass jeder plötzlich dem inneren Sparfuchs mehr Beachtung schenkt. Dabei wird leider viel zu häufig vernachlässigt, dass es für den Transport und natürlich auch die Lagerung Regeln und Grenzen gibt.

Vorab muss natürlich erwähnt werden, dass dieser Artikel keine Rechtswirksamkeit entfaltet und sich daraus auch kein Rechtsanspruch ableitet. Er dient einzig zur Orientierung und soll zum Nachdenken anregen. Letztlich ist jeder selbst für sein Handeln verantwortlich.

Persönlich kann ich es niemandem verübeln, wenn man auf die Möglichkeiten des „Tanktourismus“ in Polen zurückgreift und sich dort entsprechend mit Benzin oder Diesel eindeckt. Solang man sich an die Regeln hält und genau diese werden in letzter Zeit immer öfter vernachlässigt, was ja auch der Grund für diesen Artikel ist.

Kraftstoffe sind feuergefährlich und fallen unter die Gefahrstoff, bzw. Gefahrgutverordnungen. Natürlich greifen noch ein paar weitere Gesetzmäßigkeiten, die unter anderem Auswirkungen auf die Steuerpflicht etc. haben. Doch diese Dinge wollen wir hier nicht betrachten. Es sei nur erwähnt, dass die maximale Transportmenge nicht gleich der Steuerfreimenge darstellt. Wie gesagt, jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

So auf keinen Fall!

So auf keinen Fall!

Privatpersonen dürfen für den privaten Gebrauch, z.B. Freizeit- oder Sportaktivitäten insgesamt maximal 240 l Kraftstoff transportieren. Doch Vorsicht! Bei einem Transport dürfen die Transportbehältnisse (Kanister) maximal 60 l fassen und müssen entsprechend über eine „Reservekanister-Zulassung“ (RKK) verfügen. Hier beginnen oft schon die Probleme, über unsere Einsatzerfahrungen könnte ich allein zu diesem Thema ein Buch schreiben. Das möchte ich nur wie folgt kommentieren: „Nein, Plasteflaschen verfügen nicht über eine solche Zulassung.“
Sinn und Zweck des Reservekanisters ist es, die Weiterfahrt zur nächsten Tankstelle zu ermöglichen.
Bei dem innerdeutschen Tankstellennetz ist dies mit einem 5 bis 10 Liter Kanister zur realisieren.
Somit muss jedem klar werden, dass im Falle einer polizeilichen Kontrolle, die Notwendigkeit der Mehrmenge glaubhaft gemacht werden muss. Zudem müssen diese Kanister auch entsprechend gesichert werden, so dass diese bei einer Gefahrenbremsung nicht umkippen oder verrutschen können. (Frage ans Gewissen, wer macht das schon?) Hält man sich nicht daran, riskiert man nicht nur empfindliche Bußgelder und das vermeintliche Schnäppchen wird zum Kostentreiber.  

Doch mit dem Transport ist es ja nicht getan. Der Sprit muss ja auch irgendwo gelagert werden. Hierzu werden die Kanister meist in der angemieteten Garage oder irgendwo im Haus gebunkert. Auch hier gibt es strenge Vorschriften. Die gesetzliche Grundlage für diese Regelungen, findet man in der jeweiligen Garagenverordnung des Bundeslandes. Diese werden ergänzt durch verschiedene weitere Regularien, z.B. die Nutzungsbedingungen (bei Miete) und u.a. die Versicherungsbedingungen. Da Diesel schwerer entflammbar ist als Benzin, darf in separaten Garagen meist mehr Diesel gelagert werden. So sind 200 l Diesel und 20 l Benzin als Lagermenge nicht unüblich. Diese Mengen reduzieren sich bei der Kellerlagerung jedoch meist generell auf 20 l.
Diese 20 l sind übrigens nicht als „pro Mietpartei“, sondern als Maximalmenge zu verstehen und müssen auf die Mieter aufgeteilt werden. Bei 4 Mietparteien, stünden somit jeweils 5 l Lagermenge zur Verfügung.  Weitere Informationen zu diesem Thema findet man bei Google.
In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal.

Jahresrückblick 2021

Das neue Jahr ist nun schon zwei Wochen alt und so wird es erneut Zeit, das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Doch vorab möchte ich euch allen ein gesundes neues Jahr wünschen. Denn die Gesundheit ist unschätzbar wertvoll. So möchte ich diesmal auch mit den schmerzlichen Erfahrungen beginnen. Das Jahr 2021 hat drei geschätzte und aktive Kameraden aus unseren Reihen gerissen.

Wie bereits im Vorjahr wurde das Jahr 2021 von der SARS-CoV 2 Pandemie geprägt und legte uns deutlich spürbare Einschränkungen auf. Besonders erschwert wird die Ausübung unseres Ehrenamtes hierbei durch einen enormen Ausbildungsstau an den weiterführenden Ausbildungseinrichtungen auf der Kreis- und der Landesebene. Trotz aller Widrigkeiten und extremer Einsatzsituationen, auf die ich noch eingehen möchte, ist es auch im Jahr 2021 gelungen, einen professionellen Bevölkerungsschutz allzeit zu garantieren. Doch hier muss klar angemerkt werden, dass ein weiteres Ausbleiben an Nachwuchskräften zu einem großen Problem wird.

Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignissen des Jahres 2021 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Das Jahr 2021 stellt mit 313 Alarmen eines der einsatzintensivsten Jahre der letzten Zeit dar. Das ist eine 44 prozentige Steigerung und führte teilweise zu einer erheblichen persönlichen Belastung der Einsatzkräfte. Besonders erwähnenswert ist hierbei das Unwetterereignis zwischen dem 30.06. und 01.07. Ich möchte jedoch ausdrücklich betonen, dass unsere Region noch erhebliches Glück hatte. Auch wenn unsere Kamerad:innen teilweise über 48 Stunden im Dauereinsatz waren, sind uns Bilder wie aus dem Ahrtal erspart geblieben. Auch in dieser Katastrophenregion unterstützten Kameraden der Angermünder Feuerwehr die örtlichen Einsatzkräfte. Leider wird uns der Klimawandel weitere solcher Bilder bescheren.

Das Bergen von Verstorbenen gehört leider mit zu unseren traurigen Pflichten, so kam im Jahr 2021 für 6 Menschen unsere Hilfe zu spät. Dem gegenüber stehen aber 26 Menschen, die wir aus einer akut lebensbedrohlichen Gefahr retten konnten.
Das Jahr 2021 stellt grundsätzlich einen „normalen“ Verlauf der Einsatzalarmierungen dar und deckt sich in der Verlaufskurve mit den Vorjahren.



So stellen gerade die Sommermonate die einsatzstärkste Zeit dar.
Wie in den Vorjahren stellte unser Einsatzschwerpunkt die technische Hilfeleistung dar.



So stehen 54 Brandeinsätzen letztlich 253 Einsätze mit technischem Hintergrund gegenüber.
Wie in den Vorjahren blieb die Alarmierung zu Brandeinsätzen bei den Brandmeldeanlagen relativ stabil bei ca. 12 Alarmen. Hierbei muss klar und deutlich angemerkt werden, wenn auch oft und schnell der Begriff „Fehlalarm“ fällt, weil es nicht brennt und die Feuerwehr augenscheinlich nicht Tätigwerden muss, eine solche Brandmeldeanlagenauslösung meist einen realen Hintergrund hat. Somit macht die Anlage genau das, wofür sie da ist.



Im Groben hat sich an der Einsatzverteilung im Brandeinsatz keine signifikante Änderung zu den Vorjahren ergeben. Doch in Erinnerung bleibt der Wohnungsbrand in der Prenzlauer Straße, welcher zu einer extremen Gefährdung der anwesenden Personen geführt hatte und somit den Schwerpunkt der Brandeinsätze des Jahres 2021 bildete.
Bei den technischen Hilfen gibt es auch nach einer statistischen Bereinigung durch die Sturmschäden eine deutliche Änderung zum Vorjahr. So mussten wir deutlich öfter zu naturbedingten Einsätzen ausrücken, doch auch die Verkehrsunfälle mit Personenschaden sind deutlich angestiegen. Wohingegen der Alarmschwerpunkt aus dem Jahr 2020, die Ölspuren zurückgingen.



Wie bereits in den Vorjahren lagen die häufigsten Alarmierungen in den Tagesstunden zwischen 06 – 18 Uhr.



Hier stellt uns der mangelnde Nachwuchs zukünftig vor große Herausforderungen, um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen. Hier möchten wir uns bei allen Arbeitgebern bedanken, welche Ihre Mitarbeiter und unsere Kamerad:innen im Einsatzfall freistellen. Gleichzeitig muss ein dringender Appell an alle anderen gesendet werden, diesen Beispielen zu folgen.

Es verbleibt noch der Blick auf die eigentliche Einsatzverteilung der Löschzüge:



Die Masse der Alarme fiel naturgemäß auf den Löschzug 1, gefolgt vom Löschzug 4.

Im Jahr 2021 befanden sich die Kamerad:innen der Angermünder Feuerwehr insgesamt für 27558 Minuten im Einsatz, dies entspricht ganze 19 Tage! Bei einer durchschnittlichen Einsatzstärke von 11 Einsatzkräften wurden somit über 5052 Einsatzstunden geleistet. Das ist ein unglaublicher Wert für eine freiwillige Feuerwehr und somit bedanke ich mich erneut bei allen Kamerad:innen für die geleistete Arbeit und die persönlichen Entbehrungen, die Ihr auf euch nehmt, um unsere Stadt sicherer zu machen. Auf ins Jahr 2022.

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Einleitungsbild:
©Tim Reckmann - 2021 unter CC BY 2.0

Nachruf Mathias Redlich

Am 02.10.2021 verstarb Mathias plötzlich und unerwartet, viel zu früh. Er hinterlässt eine Tochter und eine nicht zu füllende Lücke in unserem Herzen.
In seinen 25 Jahren, in der aktiven Einsatzabteilung der Angermünder Feuerwehr, lebte er die Begriffe Treue und Kameradschaft täglich vor. Er war ein Ruhepol, den selbst die hektischte Umgebung nicht aufregen konnte. Freundlich, überlegend und bedächtig, ging er mit allen Kameraden und Freunden um. Immer ein offenes Herz und eine helfende Hand, so engagierte er sich auch in der Nachwuchsgewinnung der Jugendfeuerwehr. Seit Samstag ist die Welt dunkler und grauer. Ein helles Licht hat uns viel zu früh verlassen. Uns bleibt nur die Erinnerung an sein Lächeln. Machs gut Matze.

Ahrweiler 2021

Es ist nun fast einen Monat her, dass es in Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfalen zu verheerenden Niederschlägen und daraus resultierenden Überschwemmungen kam.
Bis zum heutigen Tage, ist an ein halbwegs normales Leben in der Region Ahrweiler nicht zu denken. So sind selbst rudimentäre Grundvorraussetzungen, wie Wasser, Gas und Strom derzeit nicht gewährleistet.
Viele Keller stehen noch voll Geröll und Schlamm, Straßen und Brücken sind zerstört und müssen neu gebaut werden. Diese Katastrophe weckte gerade in Brandenburg Erinnerungen an die Hochwasser der Oder und der Elbe. So unterstützten auch brandenburger Kräfte der Hilfsorganisationen, wie des DRK, der Feuerwehr, der Johaniter und viele viele andere, selbstverständlich die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen in der Region Ahrweiler. Am vergangenen Dienstag fand der bislang letzte Austausch der Feuerwehrkräfte statt. So unterstützen auch Kamerad:innen aus der Uckermark, so rückte u.a. die Werkfeuerwehr des PCK, aber auch der Freiwilligen Feuerwehr Angermünde mit Spezialtechnik vor Ort. Hierbei wurde ein spezielles Fahrzeug für die Ölwehr eingesetzt. Dabei wurden u.a. beschädigte Heizöltanks, oder kontaminierte Teiche aus- und leergepumpt. Ein paar Impressionen die diese Kameraden aus dem Einsatzgebiet mitbrachten, möchten wir euch hiermit zeigen.

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Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr und oder rechtlicher Relevanz

Nachruf Stephan Schindler

Am 06.02.2021 erreichte uns eine schockierende Nachricht.
Viel zu früh wurde Stephan Schindler aus dem Leben gerissen, nach kurzer und schwerer Krankheit, trat er in der Nacht vom 05. zum 06. Februar seine letzte Reise an.

Stephan trat am 27.03.1997 der Angermünder Feuerwehr bei und war seit dem 01. September 2001 vollwertiges Mitglied der Einsatzabteilung des Löschzuges 3. Hier versah er seinen Dienst in der Löschgruppe Altkünkendorf. Für seine ruhige und bedachte Art war er bei den Kamerad:innen geschätzt. Er engagierte sich mit viel Hingabe an der Städtepartnerschaft zwischen Lügde und Angermünde. So brachte er sich auch stark in das jährliche Kartoffelbraten ein. Stephans Leidenschaft galt Oldtimerfahrzeugen, in Eigenarbeit restaurierter er einen LKW. Von seinen handwerklichen Künsten profitierte auch die Angermünder Wehr.

Stephan hinterlässt auch im Kameradenkreis eine nicht schließbare Lücke, auch wenn wir dich gehen lassen mussten, so bleibt uns doch die Erinnerung an die wertvollen Momente mit dir.

 

 

 

 

 

 

Die Jack Dawson Frage

Moin liebe Leser:innen,

vorab muss ich euch vorwarnen, dieser Beitrag enthält Spuren von Ironie und Sarkasmus. Sollte jemand dagegen allergisch sein, so befragt euren Arzt oder Apotheker, oder klickt jetzt weiter.

Nachdem die letzten Tage hinreichend über den Winterdienst geschimpft wurde, dürfte nun jeder verstanden haben, es ist Winter. Somit sehen wir uns wieder mit einer altbekannten Frage und einem Problem konfrontiert.

Das Problem: „deutsche Absicherungs-Wohlfühlgedanke“ aka „Irgendwer anders wird sich schon kümmern.“
Der prägende Grundgedanke der christlichen Nächstenliebe und gegenseitiger Führsorge, der egal ob religiös erzogen oder nicht, ein Teil unseres Wertesystems ist wurde durch die „Ellenbogengesellschaft“ spürbar verwässert. Heutzutage heißt es nicht mehr: „Komm ich helfe dir“, sondern „Warum brauchst du so lange?“ Es hat eine fordernde Anspruchshaltung Einzug gehalten, wovon die sozialen Medien erheblich betroffen sind. Dies zeigte sich zuletzt in der Diskussion über den Winterräumdienst. Wir sind bequem geworden, denn ein anderer wird’s schon richten.

Dies führt mich nun zu der angesprochenen Frage: „Wann gibt die Feuerwehr endlich die Seen frei?“ Ja wir haben Winter, ja es ist jetzt ca. 10 Tage am Stück kalt und dennoch ist es schön draußen. Jeder hat bedarf daran, aus den Corona Einschränkungen auszubrechen und etwas Normalität zu genießen. Was wäre passender, als eine Runde über einen zugefrorenen See zu drehen? Hier bei treten nun drei Personengruppen auf. Die ersten die leichtsinnig, alle Risiken ignorieren auf die Seen gehen und Spaß haben, zumindest so lange bis sie einbrechen. Die zweiten, die gern Spaß haben wollen, aber eben auch auf Nummer sicher gehen müssen. Also die, die die Frage stellen: „Wann darf ich Schlittschuh laufen und wieso hat es mir noch keiner erlaubt.“ Und die dritten, die Kopfschüttelnd den Finger hebend: „Das ist Gefährlich“ rufen. Persönlich finde ich mich in jeder dieser Gruppen wieder und verurteile somit keinen. Dennoch muss ich hiermit ein paar Dinge klarstellen.

1.: Die Feuerwehr ist kein leistungsorientierter Servicebetrieb, der auf Kundenzufriedenheit angewiesen ist. Immerhin machen wir das frei und willig.

2.: Die Feuerwehr ist nicht für das Freigeben etwaiger Gewässer zuständig und selbst wenn, würden wir dies nicht tun, denn aus einer solchen Freigabe erwachsen auch Haftungs- und Schadensersatzansprüche.

3.: Warum wird eine solche Freigabe nicht erteilt?
Unsere Seen und Gewässer sind gekennzeichnet von schwierigen Strömungsverhältnissen, diese erschweren auf vielfältige Art eine durchgehende und tragfähige Eisbildung. Somit ist die Belastbarkeitsgrenze nicht bestimmbar. Eine Freigabe könnte, wenn also nur temporär und nur nach intensiver Beprobung erfolgen.

4.: Aber andere Feuerwehren geben frei!
Wirklich? Nun ja, wir springen aber auch nicht von der Brücke.

5.: Wenn Ihr nicht warnt, ist es doch ok.
Nein, wir warnen schon seit Jahren nicht mehr vor dem Betreten der Eisflächen. Denn zum einen können wir nicht sicherstellen, ob diese Warnung auch verstanden wurde, bzw. ob sie überhaupt zur Kenntnis genommen wurde. Zum anderen sollte sich jeder Mensch grundsätzlich bewusst sein, dass er sich beim Betreten einer Eisfläche grundsätzlich in Lebensgefahr begibt.

6.: Was passiert, wenn ich doch mal einbreche?
Nun dann hoffen wir, dass sich die Beute gelohnt hat und man einen wirklich guten Anwalt kennt.
Sollte man bei dem Einbruch, dummerweise in kaltes Wasser gefallen sein, tja dann habt ihr ein gewaltiges Problem, also so ein richtiges Jack Dawson Problem. Bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt liegt die durchschnittliche Überlebenschance bei 15 Minuten*. Je nach Lokalität des „Badevergnügens“ ist es möglich, dass unsere Anfahrt länger dauert. Wenn man also den Nervenkitzel sucht, wäre Russisch Roulette die passendere Alternative.

7.: Wie kann ich das Risiko minimieren?
Am besten gar nicht erst auf das Eis gehen. Es gibt gewerbliche Alternativen, wo man Schlittschuh laufen kann. Grundsätzlich sollte man nie allein auf das Eis gehen, es sollte sich immer jemand am Ufer befinden. Verlasst bei Knack- oder Knirschgeräuschen das Gewässer, mehr Vorwarnungen werdet ihr vor dem Einbrechen nicht erhalten. Verzichtet auf Hüpfen und Springen, um die Belastbarkeit des Eises zu testen. Passt gegenseitig auf euch auf, insbesondere auf Kinder.
Haltet eigenes Rettungsmaterial (Seile, Stangen o.ä.) bereit. Wenn jemand einbrechen sollte, ist unverzügliche Hilfe erforderlich.
Bewegt euch anschließend nur noch liegend auf dem Eis, dies verteilt euer Gewicht besser.
Geht Rodeln.

Wer weiterhin nicht genug abgeschreckt ist, dem empfehle ich die fortgeschrittenen Lektüre:
Die Phasen des Erfrierens.

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* Die Überlebenszeiten hängen erheblich von den Umständen ab.

Jahresrückblick 2020

Liebe Leser,
ich wünsche euch allen vorab noch ein gesundes (und hoffentlich frohes) neues Jahr.
Am heutigen 12.01.2021 blicken wir auf eins der ruhigsten Einsatzjahre der letzten Zeit zurück.
Insbesondere der Jahreswechsel fiel erwartungsgemäß ruhig und leise aus.
Die Covid-19 Pandemie und die daraus resultierenden Einschränkungen prägte auch unsere Einsatzgeschehen merklich. Bevor wir uns nun jedoch den Zahlen und Ereignisse des Jahres 2020 widmen, vorab ein paar erklärende Worte. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Im Jahr 2020 wurde die Angermünder Feuerwehr insgesamt zu 227 Einsätzen alarmiert. Somit mussten wir 47-mal weniger als im Vorjahr ausrücken. Dies entspricht einer Abnahme von 17,15 % und liegt deutlich außerhalb der durchschnittlichen Jahresschwankungen.
Diese Ruhephase manifestiert sich sehr deutlich im November 2020, hier mussten wir nur zu 4 Einsätzen ausrücken. Dies lässt sich nur auf den entsprechenden Corona bedingten Lockdown und die daraus resultierende Disziplin der Angermünder Bürger zurückführen. Dafür möchten wir uns bedanken.

Im Jahr 2020 kam für 7 Personen unsere Hilfe leider zu spät, jedoch konnten wir 25 Menschen aus akut lebensbedrohlichen Zwangslagen retten.

Wie bereits in den Vorjahren, lagen unsere einsatzintensivsten Monate im Sommer, hierbei bildete der August mit 29 Einsätzen das Jahreshoch. Erstaunlicherweise bildeten im August nicht die Brandbekämpfung, sondern die technische Hilfe unseren Einsatzschwerpunkt. So mussten wir jeweils zu 6 Verkehrsunfällen und zu 6 Ölspuren ausrücken.

Diese Hilfeleistungen stellten im Jahr 2020 auch wieder die Hauptätigkeit der Feuerwehr dar. Somit kam es im Vergleich der Jahre 2019 und 2018 zu einer Trendumkehr. In den vorhergehenden Jahren verzeichneten wir aufgrund der extrem trockenen Sommer ein deutlich Brand lastigere Einsatzjahre.

Wenn wir einen genaueren Blick auf die Brandeinsätze werfen so wird deutlich, dass die großen Waldbrandbekämpfungen rückläufig waren, jedoch die Flächenbrände und insbesondere die Kleinbrände weiterhin häufig vertreten waren. Auch die Gebäudebrände, mit Personenbeteiligung forderten die Einsatzkräfte im Jahr 2020.

Demgegenüber stehen die Hilfeleistungseinsätze, hier bildeten die Verkehrsunfälle den traurigen Höhepunkt des Einsatzjahres, wohin gehen die Türnotöffnungen leicht rückläufig waren.

Wie bereits im Vorjahr, wurden unsere Einsatzkräfte häufiger in den Tagesstunden von 06 – 18 Uhr alarmiert. Leider hat sich die verfügbare Personalstärke, gerade in diesen Tageszeiten nicht entspannt. Hier muss deutlich erwähnt werden, dass jeder Löschzug, bzw. jede Löschgruppe ein Nachwuchsdefizit aufzeigt und über Verstärkung froh ist. Falls bei dem Lesen des Artikels Interesse an dem Mitwirken in der Feuerwehr geweckt wurde, so kontaktieren Sie uns unverbindlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Abschließend werfen wir einen Blick auf die Einsatzverteilung der einzelnen Löschzüge.

Während die Einsätze der Löschzüge 1 und 4 deutlich rückläufig waren, stagnierten die Alarmierungen des Löschzuges 2. Erstaunlich stellt sich die Situation des Löschzuges 3 dar, welcher entgegen des allgemeinen Trends der Angermünder Feuerwehr sogar häufiger als im Vorjahr alarmiert wurde.

Durchschnittlich befanden sich 14 Kamerad: innen an der Einsatzstelle, im Jahr 2020 verbrachten wir insgesamt 19230 Minuten im Dienst am Bürger. Dies entspricht 13 Tage, 8 Stunden und 30 Minuten im Dauerdienst. Im Vergleich zum Vorjahr stieg somit die durchschnittliche Einsatzdauer um 12 Minuten auf 1 Stunde und 25 Minuten.

Persönlich möchte ich mich bei allen Kamerad: innen und deren Angehörigen für das Engagement und die Unterstützung unseres Dienstes bedanken. Wir für Angermünde, 24/7/365!

CoronaNews November 2020

Coronabedingt fallen alle Veranstaltungen der Jugendfeuerwehr bis mindestens zum 30.11.2020 aus.
Für weitere Infos wendet euch bitte an euren zuständigen Jugendwart.

Danke.

AmazonSmile

Mit dem heutigen Tag wurden wir für Amazon Smile freigeschaltet und können so Spenden generieren.
Was ist aber Amazon Smile? Im Grunde ist es zu 100% vergleichbar mit dem gewohnten Amazon Shop.
Kostet das was? Ganz klares NEIN!
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Geschichte wird gemacht!

Am 10.09.2020 ereignet sich ein historischer Moment. Doch dieses Ereignis wird vielfältig diskutiert. Gemeint ist der erste deutsche Warntag, seit der Widervereinigung Deutschlands. Mit dem Ende des Kalten Krieges entfiel einer der Hauptgründe Bevölkerungswarnungen akustisch abzugeben. Der plötzlich ausbrechende Atomkrieg war nur noch ein altbackendes Schreckensszenario. Nun wurde in West, wie Ost diskutiert wozu die Sirenen noch genutzt werden könnten. Es setzte sich die Verwendung für die Feuerwehr durch. Doch während dieser Sirenenalarm gerade in den ländlichen Regionen noch sehr präsent ist, sorgte er gerade in den größeren Städten für etlichen Ärger. Immerhin sind die „röhrenden Elche“ nicht gerade leise und es gibt definitiv schönere Arten nachts geweckt zu werden. Diese Diskussion führte auch in Angermünde zu einigen Änderungen. So wurden als erstes in der Kernstadt sogenannte Funkmeldeempfänger angeschafft und somit die „stille“ Alarmierung für Rettungskräfte eingeführt wurde. Diese Änderung führte Deutschlandweit zu einer Fähigkeitslücke in der Bevölkerungswarnung. Während unsere älteren Mitmenschen die Sirenensignale noch recht gut kennen, sie aber meist mit „Fliegeralarm“ assoziieren, kennen die Millennials diese Signale gar nicht mehr. Auch die Einführung von Warnapps wie NINA oder KATWARN konnten diese Lücke nicht zufriedenstellend schließen. Die Ereignisse der letzten Jahre zeigten schmerzlich auf, dass eine solche Warneinrichtung dringend benötigt wird. Sei es das plötzlich auftretende Unwetter, oder gar ein Amoklauf, bzw. terroristischer Anschlag. Dies ist also der Hintergrund, warum viele Städte, Gemeinden und Kreise wieder vermehrt auf den Sirenenausbau zurückfallen. Nun muss natürlich noch die Bevölkerung an diesen „Lärm“ wieder gewöhnt werden,
auch die Signale müssen wieder bekannt gemacht werden. Dies ist der Grundgedanke des diesjährigen Warntages. Mittlerweile dürfte nahezu jeder zumindest einmal über einen Hinweis auf den 10.09. gestolpert sein, doch wie läuft es nun bei uns ab?

Die Angermünder Kernstadt bleibt so wie viele Ortschaften still und dies hat einen elementaren Grund. Während die Kernstadt ganz auf Sirenen verzichtet, werden diese in den Ortsteilen zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt. Würden nun alle verfügbaren Sirenen in der Uckermark angesteuert werden, fiele zeitgleich eine effektive Alarmierung von Rettungskräften für ca. 45 Minuten aus. Dies ist ein unnötiges Hemmnis, so dass für Angermünde nur die Sirenen des Ortsteiles Stolpe ausgelöst werden. Selbstverständlich beeinträchtigt dies nicht die verbliebenen Sirenen, diese werden monatlich durch einen bestimmten Probealarm, einer Funktionsprobe unterzogen.

Weitere Informationen zu diesem Thema findet ihr hier:
Warntag 2020
oder tretet einfach über unsere Facebookseite mit uns in Kontakt

Brandübung 08/20

Das Feuerlöschen, ist eine der Kernaufgaben der Feuerwehr.
Im sogenannten Innenangriff, also das Löschen innerhalb von Gebäuden, ist dies eine der gefährlichsten und anspruchsvollsten Aufgaben, die einer Einsatzkraft übertragen werden können. Zu den erheblichen Gefahren von außen, dem Feuer, Strom und Wasser, drohen auch Gebäudeschäden, die bis zum völligen Einsturz führen können. Dazu kommen in den Gebäuden gelagerte Gegenstände und Materialien von denen weitere Gefahren ausgehen können. Als ob dies noch nicht reicht, sehen sich die Kamerad: innen meist auch mit einer erheblichen Rauchentwicklung konfrontiert, die sich bis zur absoluten Nullsichtlage entwickeln kann. Man sieht also buchstäblich die Hand vor Augen nicht.

Somit kommen zur körperlichen Anstrengungen der enormen Hitze, eingeschränkten Bewegungsfreiheit durch die Schutzausrüstung und die unnatürliche Körperhaltung zur Fortbewegung, auch noch psychische Belastungen hinzu. Um dieser Belastung gewachsen zu sein, hilft nur Training und Erfahrung. Die Erfahrung lässt sich glücklicherweise nur selten sammeln, denn dazu muss es ja wirklich brennen. Umso wichtiger ist das Training. Am 29.08.2020 hatten 6 Einsatzkräfte der Angermünder Feuerwehr die Gelegenheit in einer Brandsimulationsanlage zu trainieren.

Dies stellte für 3 von Ihnen vor eine absolute Premiere, immerhin absolvierten Sie erst eine Woche zuvor Ihre Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger: in. Ursprünglich wollten wir euch einen tieferen Einblick in einen solchen Innenangriff bieten und diese Übung mit filmen. Doch leider war dies aufgrund der Hygieneeinschränkungen im Zuge der COVID-19 Eindämmung nicht möglich. So konnten auch zwei spezielle Kameragehäuse, welche uns von der Firma Otto Klobe & Sohn GmbH freundlicherweise und sehr zuvorkommend zur Verfügung gestellt wurden, noch nicht genutzt werden. Die spezielle Beschichtung der Gehäuse soll die enorme Umgebungstemperatur von den Kameras fernhalten und die Aufnahmefunktion sicherstellen. Auf diesem Wege möchte ich mich erneut für die unkomplizierte, schnelle und freundliche Hilfe der Firma Klobe bedanken. Die Gehäuse werden definitiv bei der nächsten Gelegenheit Verwendung finden. Für jeden der nun etwas mehr wissen möchte, dem empfehle ich unser Video zum Roll Over.

Änderung der Einsatzmaßnahmen

Die Coronakriese ist in aller Munde und zwingt nicht nur Deutschland, sondern die gesamte Welt zu harten und einschneidenden Maßnahmen.
Auch das Feuerwehrwesen bleibt von diesen Maßnahmen nicht verschont. So haben sich bereits im Laufe der letzten Woche mehrere Feuerwehren in eine freiwillige Quarantäne begeben. Die Angermünder Feuerwehr, hat sich jedoch zu einer anderen Maßnahme entschieden.
Da das SARS-CoV-2 (Coronavirus) äußerst empfindlich auf Alkoholhaltige Desinfektionsmittel reagiert, haben die Kameraden der Angermünder Löschzüge am heutigen Tag entsprechende Maßnahmen zum Eigenschutz ergriffen. Bereits um 07 Uhr rollten zwei große Tanklaster an den Gerätehäusern vor. Das bisher genutzte Löschmittel, besser bekannt als Dihydrogenmonoxid wurde kurzerhand gegen das Desinfektionsmittel ausgetauscht. Wir versprechen uns damit einen deutlich gesteigerten Schutz unserer Einsatzkräfte und somit ein erheblich gesunkenes Infektionsrisiko. Kritische Stimmen, wonach alkoholhaltige Löschmittel zu exothermen Oxidationen neigen, wiegeln die Kameraden ab.

Bildbearbeitung Tobias Herbst

Das Coronavirus ist ebenfalls Temperaturempfindlich und die beabsichtigte Desinfektion ist so ebenfalls sichergestellt. Eine abschließende Bitte wurde letztlich noch geäußert:
Liebe Angermünder Bürger, bitte bringt kein Feuer zu unseren Löscheinsätzen mit. Danke.

Jahresstatistik 2019

Seit nunmehr 13 Tagen befinden wir uns im neuen Jahrzehnt. Die goldenen 20iger Jahre haben begonnen. Es wird also Zeit auf das Jahr 2019 zurückzublicken. Die folgenden Zeilen und Grafiken beziehen sich auf unsere Einsatzstatistik  der gesamten Stadtwehr Angermünde und sind entsprechend statistisch bereinigt. Dies liegt hauptsächlich an den Umständen, dass gerade bei witterungstechnischen Einsätzen eine Vielzahl an zeitgleichen Alarmen zusammengefasst sind und teilweise die Löschzüge zu ein und demselben Einsatz alarmiert werden.

Wie bereits das Jahr 2018, wurde das Einsatzjahr 2019 durch eine extreme Trockenperiode und einen heißen Sommer geprägt. Dies führte zu einer erheblichen Steigerung der brandbedingten Einsätze.
Doch ehe wir uns damit intensiver beschäftigen, die einzigen beiden wichtigen Zahlen.
Im Jahr 2019 kam für 4 Personen unsere Hilfe leider zu spät. Dem gegenüber stehen 28 Menschen, die wir aus lebensbedrohlichen Zwangslagen retten konnten. Somit mussten wir im Vergleich zu 2018 doppelt so oft den Verlust an Menschenleben beklagen. Besonders tragisch verliefen dabei die beiden Brandeinsätze in Schmiedeberg. 

Mit dem 31.12.2019 stellten wir einen neuen Einsatzzahlenrekord auf, so mussten wir insgesamt zu 274 Einsätzen ausrücken. Dies ist eine Steigerung von 37% zum Vorjahr.

 

Einsatzaufkommen pro Monat 

Hier zeigten sich deutliche Veränderungen im Jahresaufkommen. Bereits der März forderte uns erheblich, dabei zählt insbesondere das Frühjahr zu den eigentlich ruhigeren Monaten. Überraschend ist auch der Oktober verlaufen. Dies ist im Jahr 2019 der einsatzschwächste Monat. Doch die größte Veränderung erlebten wir in den Sommermonaten (Mai – September), hierbei war das Einsatzaufkommen nahezu gleichbleibend hoch. Mit durchschnittlich 27 Alarmen pro Monat war die Belastung für die Einsatzkräfte erheblich. Eine solch lange einsatzintensive Zeit, haben wir so noch nicht verzeichnet.

Bedingt durch die lange Trockenheit und den heißen Sommer, erlebten wir eine Umkehr des Verhältnisses zwischen den Brand- und Hilfeleistungseinsätzen.

Gegenüberstellung Brände - Hilfeleistungen

Somit wurde ein seit Jahren andauernder Trend gebrochen. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die Türnotöffnungen, die im Jahr 2018 im Segment der Hilfeleistungen extrem häufig zu Alarmierungen führten, auch im Jahr 2019 stark vertreten waren.

 

Einsatzaufkommen Technische Hilfen

Nur bei den witterungsbedingten Einsätzen, wie auch bei den Ölspuren mussten die einzelnen Löschzüge öfter zu Hilfeleistungen ausrücken. Leider muss auch angemerkt werden, dass die Anzahl der schweren Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen leicht angestiegen ist, wohin allerdings die Anzahl der Unfälle insgesamt leicht rückläufig war.

Einsatzaufkommen Brandbekämpfungen

Wie bereits erwähnt haben die Brandeinsätze deutlich zugenommen, hier schlugen besonders die Wald- und Kleinbrände zu buche. Unseren Bedenken,  das der Einbau von Rauchmeldern in den Wohnungen zu einer Häufung von Fehleinsätzen führen könnte, hat sich nicht bestätigt. Zum einen ist das Aufkommen der Wohnungs- und Gebäudebrände verhältnismäßig zum Jahr 2018 nahezu gleich hoch vertreten, zum anderen liegt die Fehlalarmquote bei ausgelösten Rauchmeldern annähernd bei null. Hier bestätigt sich, dass Rauchmelder Leben retten. In dem Sinne muss ich erneut auf unsere Rauchmelder Serie verweisen.
Rauchmelder Teil - 1
Rauchmelder Teil - 2

Als Erinnerung sei hier ebenfalls noch der 31.12.2020 erwähnt. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch sämtliche Bestandsbauten mit Rauchmeldern ausgestattet sein.

Vergleich Tag / Nacht

Wie in den Vorjahren  wurden wir deutlich öfter am Tag zu Hilfe gerufen und gerade diese Zeit ist weiterhin problematisch. Durch erneut gesunkene Mitgliederzahlen besteht hier weiter ein Personalproblem. Ich appelliere an alle unsere Mitbürger über eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr nicht nur nachzudenken, sondern diese aktiv anzugehen. Zeitgleich möchte ich mich bei allen Arbeitgebern bedanken, die Ihre Angestellten bei diesem Dienst an der Allgemeinheit entsprechend unterstützen. Für etwaige Fragen zu einer Mitgliedschaft wendet euch einfach an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Überlandhilfen

Da die sinkenden Mitgliedzahlen nicht nur uns betreffen, wurde ein entsprechendes Unterstützungsabkommen mit den Nachbarkreisen geschlossen. Im Zuge dieses Hilfeleistungsabkommens wurden 9 Einsätze abgearbeitet. So unterstützten wir u.a. die Templiner Kameraden bei einer Waldbrandbekämpfung, wie auch die Eberswalder Feuerwehr die auf unsere Hilfe in einer Gefahrgutlage zählen konnte.

Einsatzaufkommen der Löschzüge

Abschließend möchten wir noch die Einsatzverteilung der einzelnen Löschzüge betrachten.
Besonders erwähnenswert sind hierbei die Löschzüge 2 und 4. Bei beiden hat sich das Einsatzvolumen verdoppelt. Während der Löschzug 4, bedingt durch den Autobahnabschnitt der BAB 11 häufig gefordert war, mussten die Kameraden des Löschzuges 2 hauptsächlich zu Bränden ausrücken.
Für das Jahr 2019 mussten wir somit zu 274 Einsätzen ausrücken, bei einer leicht gesunkenen durchschnittlichen Einsatzdauer von 73 Minuten, befanden wir uns 332 Stunden im Einsatz.
Mit einer durchschnittlichen Personalstärke von 12 Kameradinnen und Kameraden pro Einsatz, wurden somit 4000 Einsatzstunden im Jahr 2019 geleistet.

Ich möchte somit allen beteiligten Blauröcken und deren Familien ein ganz dickes Dankeschön sagen. Danke, dass Ihr eure Freizeit für unsere Sicherheit opfert.
WIR FÜR ANGERMÜNDE!

 

Schornsteinbrand

Auch wenn der Klimawandel uns die letzten Jahre recht milde Winter beschert hat, so möchte der ein oder andere es doch etwas kuscheliger zu Hause haben.
Kamine werden auch bei uns wieder beliebter und so wird mehr und mehr mit den guten alten Kachelöfen oder halt dem Kamin geheizt.

Dies bringt wieder ein Phänomen mit sich, dass nahezu in Vergessenheit geraten ist und auch für uns Brandschützer derzeit eher in den Bereich "Kuriositäten", denn "Alltag" fällt.
Gemeint ist natürlich der Schornsteinbrand. Was damals zur Tagesordnung und quasi zum Tagesgeschäft zählte, ist heute eine Besonderheit.

Grund genug uns diesen Brand genauer zu betrachten. Was ist ein Schornsteinbrand und wie entsteht selbiger?

Durch falsches Heizen setzt sich der sogenannte Glanzruß im Schornstein ab.

Ursachen zur Entstehung von Glanz- oder Hartruß können gefolgt sein:

• feuchte Brennstoffe
• ungeeignete Feuerstätten
• falsche Bedienung
• falscher Brennstoff
• Verbrennungsluftmangel
• falsche Brennstoffstück Größe
• falsches anheizen

über einen gewissen Nutzungszeitraum setzt sich nun eine Rußschicht an den inneren Schornsteinwändenab. 
Werden nun langflammige Brennstoffe oder Nadelhölzer verbrannt kann es zu einem starken Funkenflug kommen.
Diese Funken können die Rußschicht im Schornstein entzünden die Folge davon ist ein Schornsteinbrand.

Wie könnt ihr einen Schornsteinbrand erkennen?

• Flammen steigen aus dem Schornstein
• ein starker Funkenflug ist zu beobachten
• starke Rauchentwicklung
• enorme Geruchsbelästigung
• der Schornstein erwärmt sich sehr stark
• evl. Verfärbung der Tapete
• Spannungsrisse im Mauerwerk

Wie könnt ihr handeln wenn ihr dies bemerkt?

• Feuerwehr Notruf 112
• Schornsteinfeger informieren
• keinesfalls mit Wasser löschen !
• auf das Eintreffen von Feuerwehr und Schornsteinfeger warten
• alle Personen und Tiere aus dem Haus evakuieren

Einen Schornsteinbrand kann über 1000°C betragen. Deshalb niemals mit Wasser löschen! Bei diesen Temperaturen verdampft das Wasser explosionsartig. Kurz und knapp Ihr sprengt tatsächlich einfach euren Schornstein, das kann nicht nur zu entsprechenden Gebäudeschäden, sondern auch zu einer massiven Brandausbreitung führen.

Zur Brandbekämpfung stehen der Feuerwehr verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. So kann es tatsächlich sogar sinnvoll sein den Schornstein kontrolliert ausbrennen zu lassen. Wobei der Schornstein mit einem speziellem Kehrgerät zeitgleich gekehrt wird. Dabei muss der abgefallene Ruß unten am Schornstein entnommen werden.
Auf jeden Fall sollten alle Räume des Hauses kontrolliert werden, damit kein Wohnungsbrand entstehen kann. Hierzu wird in der Regel die Wärmebildkamera eingesetzt.

Rauchmelder - Teil 1


Seit 1994 herrscht ein bundeseinheitlicher Trend vor, dass die Einsatzzahlen der Feuerwehren in dem Bereich der Brandbekämpfung rückläufig sind. Bedingt durch diesen Umstand sind auch die Brandtoten erheblich gesunken.

Dies führt leider aber auch dazu, dass die Gefahren eines Brandes vergessen und vernachlässigt werden. Grund genug uns mit dem Thema Rauchmelder etwas intensiver zu beschäftigen, denn Rauchmelder retten Leben!

In diesem ersten Teil möchten wir uns quasi als Einleitung mit den gesetzlichen Bestimmungen der Rauchmelder beschäftigen.
Vorab möchte ich jedoch betonen, dass die folgenden Texte keinen Anspruch auf eine qualifizierte Rechtsauskunft erheben, bei weitem nicht vollständig oder ausführlich die komplette Rechtslage widerspiegeln können und somit einen nur rein informativen Charakter haben.

Da diese Brandmelder in den Bereich des Baurechtes fallen, sind diese über die jeweilige Landesbauordnung geregelt. Dies bedeutet, dass es leider keine bundeseinheitliche Regelung gibt und auch nicht geben wird. Betrachten wir also die Gegebenheiten für das Land Brandenburg genauer. Grundsätzlich gilt, dass der Eigentümer eines Objektes für die Ausstattung von Brandmeldern verantwortlich ist. Unterschiede gibt es nur im Bereich von Neu-, bzw. Umbauten und Bestandsbauten. Während die erstgenannten bereits mit dem Abschluss der Bauarbeiten mit entsprechenden Meldern ausgerüstet sein müssen, so gilt für Bestandsbauten eine Übergangsfrist bis zum 31.12.2020.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten in allen Aufenthaltsräumen (ausgenommen Küchen) entsprechende Rauchmelder installiert sein.

Warum „sollten“? Anders als bei den Neu- und Umbauten, wird die Installation von Rauchmeldern in den Bestandsbauten nicht kontrolliert. Dies ist gesetzlich nicht möglich, da eine solche Kontrolle in unter Nutzung stehendem Wohnraum der Unverletzlichkeit der Wohnung gegenübersteht. Wer würde schon gern fremde Menschen in seinem Schlafzimmer sehen.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass es hier keine Konsequenzen für hartnäckige Weigerer gibt. Doch leider gibt es keine präventiven Sanktionsmöglichkeiten. Umso härter fallen allerdings die Strafen in einem Brandfall aus. Es droht nicht nur der Verlust des Versicherungsschutzes, sondern im schlimmsten Fall auch eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren. Dies ist der Fall, wenn es zu Personenschäden gekommen ist.

Diese Strafen treffen übrigens Mieter, wie auch Vermieter (bzw. Eigner) denn beide Parteien sind verpflichtet sich an die gesetzliche Lage zu halten. Doch wie kann / sollte sich ein Mieter verhalten, wenn der Vermieter nicht reagiert, bzw. sich weigert solche Melder einbauen zu lassen?
Eine finale und goldene Lösung wird es hier sicher nicht geben. Ich persönlich bevorzuge hierbei den Weg des Dialoges. Also aufklären was alles auf dem Spiel steht, wenn der Vermieter erfährt, dass Ihm ein Wegfall des Versicherungsschutzes droht, kann dies schon sehr motivierend sein. Auch besteht die Möglichkeit sich an den Mieterschutzbund und im schlimmsten Fall an das Bauordnungsamt zu wenden, doch diese Schritte sollten sorgsam abgewogen sein.

Wie sieht die Sachlage bei eigenem Wohnraum aus?
Ja liebe Häuslebauer, erst einmal Glückwunsch zu euren eigenen 4 Wänden. Aber auch ihr seid verpflichtet entsprechende Rauchmelder einzubauen und natürlich entsprechend zu Warten.
Mit dem heutigen technischen Stand hält ein Rauchmelder ca. 10 Jahre durch, bis der verbauten Batterie der Saft ausgeht. In der Regel lassen sich diese relativ unkompliziert tauschen. Also was versteht man unter Wartung? Jeder Rauchmelder verfügt über eine Testfunktion, welche mindestens einmal im Quartal, besser einmal im Monat betätigt werden sollte.

Wie man einen guten und sicheren Melder erkennt, damit beschäftigen wir uns im zweiten Teil.

Für die ganz fleißigen unter euch noch ein paar Quellenangaben und Links:
Die Bauordnung des Landes Brandenburg:
https://mil.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.135978.de

Rauchmelder – Lebensretter:
https://www.rauchmelder-lebensretter.de

Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Brandmelder#Rauchmelder

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